Pkw-Flottenmarkt 2025: Dataforce bestätigt ein solides Jahr und erwartet Spitzenrang für E-Autos in 2026

Verteilung der Pkw-Zulassungen nach Kraftstoff-/Antriebsart. Bild: Dataforce

Frankfurt am Main, 22.01.2026.

Nachdem die Dezember-Neuzulassungen vorliegen und damit das Jahr 2025 komplettiert wurde, ist es für das Marktforschungsunternehmen Dataforce an der Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen. 

Verteilung der Pkw-Zulassungen nach Marke. Bild: Dataforce

Während der Gesamtmarkt aufgrund eines starken zweiten Halbjahres ein Plus von 1,4 Prozent erreichte, schloss der Flottenmarkt mit einem Rückgang von 4,6 Prozent ab. Das sieht auf den ersten Blick vielleicht etwas ernüchternd aus. Allerdings gab es bislang überhaupt nur drei Jahre (2019, 2023 und 2024) mit einem höheren Volumen in diesem Marktkanal. Daher gibt es eigentlich weder Grund für Euphorie noch für allzu große Enttäuschung.

Trotz des Marktrückgangs gelang es einigen Marken, ihr eigenes Volumen bei Flottenkunden zu steigern. Innerhalb der Top-10 schafften das Ford (Position 7, + 11,3%), CUPRA (P8, +19,0%) und Skoda, die sich mit einem Zuwachs von 3,0% auf Rang zwei hinter Marktführer VW schieben konnten. Der VW-Absatz war mit -2,3% leicht rückläufig. Mit 21,5% erzielten die Wolfsburger aber ihren höchsten Marktanteil für ein Gesamtjahr seit 2016. Da lässt sich vielleicht verschmerzen, dass die Krone des erfolgreichsten Flottenmodells an einen Skoda ging; wenig überraschend der Octavia.

Einen wesentlichen Anteil an dem guten Abschneiden sowohl von VW als auch Skoda hatten die vollelektrischen Modelle. Hier hatte der ID.7 klar die Nase vorn, gefolgt von Skoda Enyaq, VW ID.3 sowie ID.4. Hinter dem BMW iX1 komplettierten mit Skoda Elroq, Audi A6 e-tron und Audi Q6 e-tron weitere VW-Konzern Modelle die Top-8.

Wie schneiden die Neueinsteiger ab?

Insgesamt gab es im Markenranking nur leichte Verschiebungen im Vergleich zum Vorjahr. Für neue (chinesische) Hersteller ist es weiterhin nicht einfach, in diesem anspruchsvollen Kundensegment Flotte Fuß zu fassen. Wenn man dies denn überhaupt anstrebt. Die Analyse der „Neueinsteiger“ zeigt in dieser Hinsicht sehr unterschiedliche Ergebnisse. Während bei Marken wie Leapmotor oder Dongfeng drei von vier Neuzulassungen auf Privatkunden entfallen, liegt der Firmenkundenanteil bei Polestar bei über 50% und bei BYD mit 14% immerhin höher als beispielsweise MG.

Wo wir beim Thema chinesische Hersteller sind: es gibt bei deren Betrachtung noch eine weitere spannende Erkenntnis. Die aktuell ja noch bestehenden EU-Zölle für in China produzierte und nach Europa importierte Elektrofahrzeuge machen sich eindeutig im Kraftstoffmix einiger Marken bemerkbar. Wer über entsprechende Modelle im Portfolio verfügt, kann entsprechend „ausweichen“ und eben mehr Volumen von nicht vollelektrischen Fahrzeugen in den Markt bringen. Zum Beispiel MG. Bei den in 2025 auf Flotten entfallenden Neuzulassungen von MG waren gerade einmal 40% BEV. 23% bzw. 22% waren Plug-In bzw. Vollhybride und weitere 15% Benziner. Natürlich, Wettbewerber wie Leapmotor, Polestar oder Nio sind ausschließlich elektrisch unterwegs, aber die einfache Gleichung chinesische Marke = Elektro greift tatsächlich zu kurz.

Klar ist aber auch, dass die Elektrifizierung der deutschen Fuhrparks weiter und mit zunehmender Dynamik vonstattengeht. Der Anteil von Dieseln und Benzinern ging im vergangenen Jahr deutlich zurück und liegt inzwischen unter der 30 Prozent-Marke. Für Elektromodelle und Plug-In Hybride ging es hingegen deutlich aufwärts: die PHEV konnten um 6 Prozentpunkte auf nun 16,4% zulegen; bei den BEV ging es sogar um mehr als 7 Prozentpunkte auf knapp 24% nach oben. Damit kommen die Verbrenner allmählich in Reichweite. Im November und Dezember 2025 lagen die reinen Stromer sogar schon an der Spitze und das wird aller Voraussicht nach auch so bleiben.

Ein Blick in die Glaskugel: was das neue Jahr bringen wird (2026)

Nach dem Rückgang in 2025 soll es für den deutschen Flottenmarkt wieder eine positive Entwicklung geben. Schon ein Blick auf den saisonbereinigten Trend der letzten Monate verrät, dass sich die Lage in 2026 bessern wird. Seit September ist der SAAR-Wert gestiegen und erreichte im Dezember seinen Bestwert des vergangenen Jahres. Treiber wird vor allem die fortschreitende Elektrifizierung sein, gepaart mit aufgeschobenem Ersatzbedarf in den Fuhrparks. Fuhrparkleiter hatten, während der Halbleiterkrise die Leasingverträge noch einmal verlängert, ebenfalls laufen nun viele Verträge aus, die rechtzeitig zum Aus für die E-Förderprämie 2023 geschlossen wurden und damals für einen regelrechten Boom im Markt sorgten.

Insgesamt wird es für den Flottenmarkt im Jahr 2026 um ganze 9,9 Prozent nach oben gehen, was einem Volumenzuwachs von 86.000 Pkw entspricht. Hauptsächlich wird dieses Wachstum von einem weiteren Anstieg der Stromer getragen. Plus 65.000 E-Autos entsprechen rund 31 Prozent Zuwachs und sorgen für einen Marktanteil von 28,4 Prozent. Damit werden die Stromer nächstes Jahr Platz 1 in der Rangliste der Antriebsarten in Flotten sein. Plug-Ins werden zwar auch leicht zulegen (+6,7%), allerdings steigen die BEV so stark, dass hier Marktanteile verloren gehen und man von 16,4 auf 15,9 Prozent fällt. Unterstützt wird dieses Phänomen davon, dass ab nächstem Jahr alle neuen PHEVs mit einem höheren CO2 Wert bewertet werden und somit für Hersteller im Angesicht drohender CO2 Strafen unattraktiver werden. Quelle: Dataforce

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