VDIK-Präsidentin Labbé fordert realistische CO₂-Flottenziele und mehr Raum für Innovationen

Berlin, 26.10.2026.

Angesichts der laufenden Verhandlungen über die künftige europäische Automobilregulierung fordert der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) praxistaugliche CO₂-Flottenziele sowie verlässliche und innovationsfreundliche Rahmenbedingungen für Investitionen und internationale Kooperationen. Im Mittelpunkt stehen die CO₂-Regulierung für Pkw und Nutzfahrzeuge sowie die geplanten Vorgaben zur europäischen Wertschöpfung im Industrial Accelerator Act.

VDIK-Präsidentin Imelda Labbé: „Die jüngsten Beratungen im Europäischen Parlament, das deutsch-französische Papier sowie unsere Gespräche in Brüssel zeigen, dass die europäische Automobilpolitik an Dynamik gewinnt. Diese positive Entwicklung muss jetzt genutzt werden, um die Verhandlungen zügig abzuschließen und der Branche Planungssicherheit zu geben. Wir setzen uns dabei für ein CO₂-Reduktionsziel von 90 Prozent für 2035 ein. Einen auf grünen Stahl aus europäischer Produktion konzentrierten Anrechnungsmechanismus sehen wir angesichts offener Fragen zu Verfügbarkeit, Definition und Kosten kritisch.“

Der VDIK wird sich deshalb weiterhin intensiv in die politische Diskussion auf deutscher und europäischer Ebene einbringen, um die notwendigen Anpassungen der Regulierungen voranzubringen.

Pkw und leichte Nutzfahrzeuge: Mehr Flexibilität erforderlich

Neben realistischen CO₂-Zielen für 2035 fordert der VDIK mehr Flexibilität bei der Erfüllung der Flottenvorgaben. Dazu gehören insbesondere längere Zeiträume zur Durchschnittsbildung (Averaging) sowie praxisgerechte Regelungen für Plug-in-Hybride (PHEV).

Schwere Nutzfahrzeuge: Flottenregulierung und Infrastruktur zusammendenken

Bei schweren Nutzfahrzeugen fordert der VDIK eine vorgezogene Überprüfung der CO₂-Flottenregulierung. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur bleibt weit hinter den Anforderungen zurück. Langwierige Genehmigungsverfahren, fehlende Netzanschlüsse und unzureichende wirtschaftliche Rahmenbedingungen erschweren notwendige Investitionen.

„Die CO₂-Flottenziele für schwere Lkw müssen dringend überprüft werden. Regulierung und tatsächliche Rahmenbedingungen dürfen nicht weiter auseinanderlaufen. Wir brauchen deshalb eine schnellere Überprüfung der Flottenziele und einen gemeinsamen Masterplan für Wirtschaft, Verkehr und Energie, damit die Voraussetzungen für den Hochlauf emissionsfreier Nutzfahrzeuge geschaffen werden“, so Labbé.

Industrial Accelerator Act: Innovationen fördern und internationale Partnerschaften sichern

Der VDIK unterstützt das Ziel, die industrielle Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken. Vorgaben zu europäischen Wertschöpfungsanteilen und ausländischen Direktinvestitionen müssen jedoch internationale Produktions- und Lieferketten berücksichtigen. Zu restriktive Anforderungen können Investitionen und Kooperationen behindern und den Zugang zu innovativen Technologien erschweren.

Entscheidend ist, dass Verbraucherinnen und Verbraucher auch künftig von technologischen Innovationen, einer breiten Fahrzeugauswahl und bezahlbarer Mobilität profitieren. Dafür muss Europa offen für internationale Investitionen und technologische Zusammenarbeit bleiben. Verlässliche Handelspartner müssen angemessen berücksichtigt und neue Handelshemmnisse vermieden werden. Eine solche Politik stärkt den Innovationsstandort Europa und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Automobilindustrie.

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