VDI-Kongress ELIV thematisiert KI in der Fahrzeugentwicklung
Die Beratungsgesellschaft Capgemini hat die Studie in enger Zusammenarbeit mit der firmenunabhängigen Organisation ASIMI (Automotive Software Interfaces & Middleware Initiative) erarbeitet. Zu dieser Initiative gehören Branchenexperten wie Professor Alois Knoll (TU München), Elmar Frickenstein und Uwe Michael.
Die breite Datenbasis der Untersuchung, die über den Zeitraum eines Jahres erhoben wurde, bündelt die Einschätzungen und Bewertungen von rund 50 Stakeholdern. Die Ergebnisse stützen sich auf strukturierte Tiefeninterviews und einen kontinuierlichen Expertenaustausch mit in Europa aktiven, internationalen Unternehmen aus dem gesamten Ökosystem – darunter OEMs, Tech-Unternehmen, Strategie- und Technologieberatungen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Tier-1-Zulieferer sowie spezialisierte KI- und Softwarefirmen.
Anforderungen an die Organisation
Die Studie zeichnet ein Bild von der aktuellen KI-Nutzung in der Automobilentwicklung: Die Technologie ist reif, der entscheidende Hebel liegt allerdings in der eigenen Organisation. Eng damit verbunden ist der Faktor Vertrauen, angefangen bei der Führungsebene. Mindset, Organisation, Strategien und Vorgehen verdienen von Beginn an in der Umsetzung volle Aufmerksamkeit – woran es allerdings in der Praxis nach Einschätzung der Studien-Autoren häufig fehlt.
Eine weitere zentrale Erkenntnis lautet: Die Ära der Pilotprojekte ist vorbei, nun muss der Übergang in die Serie gemeistert werden. Eine Aussage der befragten Stakeholder fasst das so zusammen: „Kein Pilot ohne Produktionspfad.“ Als Leitplanken dienen dabei klassische Ziele der Automobilentwicklung: Kosten senken, Qualität steigern, Komplexität beherrschen und das Tempo in Umsetzung erhöhen. Die Studie zeigt ferner auf, an welchen Stellen KI im Entwicklungsprozess dazu beitragen kann.
Agentic AI gewinnt weiter an Bedeutung
Technologisch hat sich Agentic AI – also KI-Agenten, die Aufgaben weitgehend eigenständig übernehmen – zur strategischen Priorität der Branche entwickelt. Nahezu alle relevanten Marktteilnehmer befassen sich derzeit intensiv damit. Der tiefgreifende Paradigmenwechsel erfordert ein Umdenken auch auf Seiten von Engineering-Dienstleistern: Die klassische Abrechnung nach Personalaufwand wird in neuen Geschäftsmodellen von einer strikten Ergebnisorientierung abgelöst.
Die Studie macht zudem deutlich: Europäische KI-Souveränität erfordert jetzt Investitionen. Dazu gehören geeignete Rahmenbedingungen und vor allem gezielte Forschungsprojekte, damit Europa im globalen Wettbewerb nicht den Anschluss verliert.
ELIV 2026: Treffpunkt der Automobilelektronik-Community
Der Internationale VDI-Kongress ELIV (Electronics in Vehicles) gilt als weltweit führender Branchentreff für Automobilelektronik, Software und Anwendungen. Zwei Automotive Trend Sessions zu KI und Indien setzen in diesem Jahr besondere Schwerpunkte, jeweils ergänzt um eine Podiumsdiskussion. Neben den Keynotes mit strategischen Schwerpunkten behandelt der Kongress in jeweils vier parallel stattfindenden Sessions aktuelle Entwicklungen ebenso wie etablierte Elektronikthemen, vom Software-defined Vehicle über E/E-Architekturen und Halbleiter bis zu Security und automatisiertem Fahren. Quelle: VDI Wissensforum GmbH











