Fahrzeugdaten beschleunigen Reparaturen und ermöglichen frühere Fehlererkennung

Bei der digitalen Servicekoordination für Flotten und Werkstätten spielt auch ZF SCALAR eine Rolle, die Flottenorchestrierungsplattform von ZF für den Nutzfahrzeugbetrieb. Bild: ZF
„Unser Ziel ist es, unsere Kunden dabei zu unterstützen, Probleme schneller zu lösen und wachsende Komplexität besser zu beherrschen. Schon heute vernetzt ZF Aftermarket mehr als 2.000 Flotten und 50.000 Werkstätten im Aftermarket-Ökosystem – und macht aus einzelnen Interaktionen ein stärker koordiniertes, datengestütztes Servicenetzwerk. Indem wir Remote-Fahrzeugdaten, Diagnose, Werkstattprozesse und Teilebeschaffung zusammenführen, schaffen wir praxisnahe Lösungen, die im Alltag messbaren Mehrwert liefern und unser Versprechen von ‚Maximizing Uptime‘ unterstreichen“, sagt Philippe Colpron, Leiter ZF Aftermarket.
Wie hoch der Mehrwert integrierter digitaler Workflows ist, zeigt sich entlang des gesamten Reparaturprozesses eines Flottenfahrzeugs. Durch die Verbindung von Remote-Fahrzeugdaten, Diagnose, Werkstattprozessen und Teilebeschaffung unterstützt ZF Flotten und Werkstätten dabei, vom ersten Fehlerhinweis bis zum Abschluss der Reparatur koordiniert zusammenzuarbeiten.
Ferndiagnose für eine frühere Fehlererkennung
Tritt an einem Fahrzeug ein technisches Problem auf, kann schneller Zugriff auf Diagnosedaten entscheidend sein. ZF Bus Connect, die Telematik- und Flottenmanagementlösung von ZF Aftermarket für Busse, lässt sich über eine CAN-Tunnel-Verbindung mit ZF [pro]Diagnostics, der Diagnosesoftware von ZF Aftermarket, verknüpfen. So kann Werkstattpersonal aus der Ferne auf Fahrzeugdiagnosesysteme zugreifen und bereits mit der Fehlersuche beginnen, bevor das Fahrzeug überhaupt in der Werkstatt eintrifft. Das hilft Flotten, die Betriebszeit zu maximieren und die operative Effizienz zu steigern.
Fahrzeugdaten aus dem CAN-Netzwerk werden über die Infrastruktur von ZF Bus Connect übertragen und im ZF [pro]Diagnostics-System remote verfügbar gemacht. Mechaniker erhalten Zugriff auf Diagnosefunktionen wie ECU-Informationen, Diagnosefehlercodes, Live-Sensorwerte und Diagnoseroutinen. Während klassische Telematiklösungen in der Regel Warnungen und Statusmeldungen liefern, ermöglicht die Kombination aus ZF Bus Connect und ZF [pro]Diagnostics eine umfassende Annahme per Ferndiagnose. Ausfallursachen lassen sich dadurch früher identifizieren und Wartungsentscheidungen treffen, bevor Fahrzeuge die Werkstatt erreichen.
Dieselbe CAN-Tunnel-Konfiguration kann auch mit Diagnosetools von Drittanbietern genutzt werden. Dadurch lassen sich bestehende Diagnoseumgebungen in Remote-Service-Workflows integrieren.
Digitale Servicekoordination für Flotten und Werkstätten
Doch auch wenn die Ursache für ein technisches Problem schnell identifiziert ist, besteht die nächste Herausforderung darin, Diagnoseinformationen in einen Reparaturplan zu überführen. Viele Prozesse beruhen heute noch immer auf Telefonaten, E-Mails und manueller Abstimmung zwischen Flotten und Werkstätten. ZF Aftermarket verbindet hier ZF [pro]Manager, das Werkstatt-Management-Tool, mit etablierten Flottenmanagementlösungen. So wird Servicebedarf zu strukturierten digitalen Service-Workflows. Ein bereits umgesetztes Beispiel ist die Integration mit Vandy, einer Partnerplattform für Flottenservices. Sie unterstützt Flottenbetreiber dabei, Servicebedarfe zu verwalten und Werkstatttermine digital zu koordinieren. Im Zusammenspiel mit Vandy nutzt ZF [pro]Manager Informationen zum Fahrzeugzustand für Servicefälle, gleicht Werkstattverfügbarkeiten mit Serviceanforderungen ab und plant Reparaturtermine digital. Künftig soll dasselbe Prinzip auch für ZF-Flottenlösungen wie ZF Bus Connect und ZF SCALAR gelten, die Flottenorchestrierungsplattform von ZF für den Nutzfahrzeugbetrieb. Auf diese Weise entsteht ein umfassenderes Ökosystem, in dem Flottendaten, Werkstattkapazitäten und Servicekoordination nahtlos zusammenspielen.
Innerhalb dieses Ökosystems fungiert ZF [pro]Manager als digitaler 24/7-Empfangsbereich der Werkstatt und bringt Werkstätten, Flotten und Servicepartner über eine zentrale digitale Schnittstelle zusammen. Flottenbetreiber können Werkstätten mit den passenden Fähigkeiten für einen konkreten Servicebedarf identifizieren, Termine digital buchen und den Servicefortschritt über Vandy nachverfolgen. Das reduziert administrativen Aufwand und erhöht die Transparenz entlang des Reparaturprozesses. Dank seiner offenen API-Architektur kann ZF [pro]Manager sowohl mit ZF-Lösungen als auch mit Lösungen von Drittanbietern zusammenarbeiten. Kunden können so bestehende Prozesse und Plattformen zu einem Workflow zusammenführen.
Datengestützte Teilebestellung nach der Diagnose
Eine Reparaturplanung ist nur dann sinnvoll, wenn die benötigten Ersatzteile auch verfügbar sind, sobald das Fahrzeug in der Werkstatt steht. Um Verzögerungen zwischen Diagnose und Teilekauf zu vermeiden, integriert ZF Aftermarket Diagnosedaten auch direkt in Bestellsysteme von Distributoren.
Mit einer Abdeckung von 95 Prozent des Pkw-Segments in Europa bietet ZF MultiScan Werkstätten eine breite Diagnosebasis. In Kombination mit elektronischen Teilekatalogen von Distributoren unterstützt die Lösung einen nahtlosen Übergang von der Fahrzeugdiagnose zur Teileidentifikation und Bestellung. Nach einem Diagnosescan werden Fahrzeug- und Fehlerinformationen direkt in den integrierten Teilekatalog übertragen.
Werkstätten erhalten unmittelbar Empfehlungen für kompatible Ersatzteile einschließlich Preis- und Verfügbarkeitsinformationen. Dadurch entfällt das manuelle Übersetzen von Fehlercodes samt anschließender Katalogsuchen.
Die Vorteile sind offensichtlich: Teileempfehlungen basieren auf Diagnosedaten und helfen Werkstätten, das richtige Ersatzteil gleich beim ersten Mal zu identifizieren. Der Zeitaufwand zwischen Diagnose und Beschaffung wird deutlich reduziert, sodass Werkstätten mehr Fahrzeuge pro Tag bearbeiten können. Bei komplexeren Reparaturen über mehrere Systeme hinweg kann ein einzelner Scan eine umfassende Teileübersicht erzeugen und damit ein vollständiges Bild der benötigten Komponenten in einem Workflow liefern.
„Digitalisierung schafft nur dann Mehrwert, wenn sie die tägliche Arbeit einfacher macht. Für unsere Kunden bedeutet das Lösungen, die mit den Systemen funktionieren, die sie bereits nutzen – und keine zusätzliche Komplexitätsebene. Offenheit und Partnerschaften sind daher zentrale Bestandteile unserer Strategie. Durch die Integration von Partnerlösungen ermöglichen wir unseren Kunden, Workflows aufzubauen, die zu ihrer bestehenden Arbeitsweise passen“, sagt Benoit Dessart, Leiter der Business Line Digital Solutions bei ZF Aftermarket.
Von Daten zu mehr Betriebszeit: Mehrwert generieren im gesamten Aftermarket
Da Fahrzeuge immer mehr Daten erzeugen und Serviceanforderungen komplexer werden, gewinnt die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren im Aftermarket zunehmend an Bedeutung. Durch die Verbindung von Fahrzeugdaten, Werkstattkompetenz, Servicebedarf, Diagnose und Teilebeschaffung unterstützt ZF seine Kunden dabei, Komplexität zu reduzieren, Transparenz zu erhöhen und Fahrzeuge auf der Straße zu halten. Zusammen zeigen diese vernetzten Workflows, wie ZF Aftermarket über einzelne Produkte hinausgeht und ein offenes Aftermarket-Ökosystem für Fahrzeuge, Flotten, Werkstätten und Distributoren schafft. Quelle: ZF Aftermarket













