ZF und Qualcomm entwickeln skalierbare Plattform für automatisiertes Fahren

Las Vegas (US), 07.01.2026.

ZF und Qualcomm bündeln ihre Kompetenzen für skalierbare Fahrerassistenzsysteme bis Automatisierungslevel 3. Eine gemeinsame Elektronik- und Softwareplattform soll Herstellenden eine flexible Basis für das automatisierte Fahren und softwaredefinierte Fahrzeuge bieten.

ZF und Qualcomm kooperieren bei der Entwicklung skalierbarer Fahrerassistenzsysteme, die auf dem ZF ProAI-Supercomputer und der Snapdragon Ride-Plattform basieren. Bild: ZF

ZF und Qualcomm Technologies vertiefen ihre Zusammenarbeit bei Fahrerassistenzsystemen und automatisierten Fahrfunktionen. Im Zentrum steht eine skalierbare Plattform, die Rechenleistung mit KI-gestützter Wahrnehmung kombiniert und so den Weg zu höher automatisierten Fahrfunktionen ebnet. Ziel ist es, eine einheitliche technische Basis für unterschiedlichste Fahrzeugsegmente und Automatisierungsstufen bis Level 3 bereitzustellen.

Kern der Lösung sind die Snapdragon Ride System-on-Chips von Qualcomm Technologies, die im ZF-ProAI-Supercomputer integriert werden. Dieser Hochleistungsrechner kann als Domain-, Zonen- oder Zentralrechner eingesetzt werden und unterstützt sowohl klassische Ansätze wie Bildverarbeitung und Sensorfusion als auch End-to-End-KI-Modelle. Die resultierende offene Architektur soll die nahtlose Integration von Software Dritter ermöglichen.

Zentrale Rechnerplattform für alle Fahrzeugklassen

Die ProAI-Familie von ZF ist als universelle Zentralrechnerplattform ausgelegt. Sie eignet sich für verschiedenste Fahrzeugplattformen, Softwareanwendungen und E2E-Architekturen. In der höchsten Ausbaustufe erreicht das System mit mehreren Performance-Boards mehr als 1.500 TOPS Rechenleistung. Auf dieser Basis können Herstellende Funktionen passgenau konfigurieren.

ZF ADAS-Funktionen

ZF steuert dazu ein breites Portfolio an ADAS-Funktionen bei. Rund 25 Sicherheits-, Komfort- und Parkfunktionen – bis hin zu hands-off Navigate on Autopilot – lassen sich modular kombinieren. Diese Funktionsbausteine stehen auch als eigenständige Softwareprodukte zur Verfügung und können somit flexibel in bestehende Architekturen integriert werden.

KI-Wahrnehmung und offene Plattform

Mit Snapdragon Ride Pilot fließt eine kamerabasierte KI-Lösung in das Gesamtsystem ein. Sie übernimmt unter anderem Objekt-, Fahrspur- und Verkehrszeichenerkennung, Einparkassistenz, Fahrerüberwachung und Echtzeitkartierung. Konfigurationen reichen von einer einzelnen Frontkamera bis zu Mehrkamerasystemen mit Rundumsicht, ergänzt um Radar. So sollen Latenzen reduziert und die Sicherheit in komplexen Verkehrssituationen erhöht werden.

Die offene Integrationsplattform von Qualcomm Technologies schafft die Basis für die Vernetzung im Fahrzeug. Eine modulare Systemarchitektur, standardisierte Schnittstellen und OTA-Updatefähigkeit ermöglichen es, Assistenz- und Infotainment-Funktionen über den gesamten Fahrzeuglebenszyklus hinweg zu erweitern. Um Entwicklungsprozesse zu beschleunigen, steht eine umfassende Toolchain mit Software-Ressourcen, Simulationsumgebungen und APIs bereit. ZF und Qualcomm zielen damit auf die Anforderungen softwaredefinierter Fahrzeuge und wollen die weltweite Einführung automatisierter Fahrfunktionen weiter vorantreiben. Quelle: ZF

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