Telematikdaten zeigen: So viel Kraftstoff verbrauchen Flotten im Leerlauf

Aachen, 16.07.2026.

Geotab, ein Anbieter von Lösungen für vernetzte Fahrzeuge und Asset-Management, hat ermittelt, dass mit Geotab vernetzte Fahrzeuge im Jahr 2025 mehr als 1,58 Millionen Liter Kraftstoff in den großen Hauptstädten Europas im Stau verbraucht haben. 

Mit Geotab vernetzte Fahrzeuge haben im Jahr 2025 mehr als 1,58 Millionen Liter Kraftstoff in den großen Hauptstädten Europas im Stau verbraucht. Bild: Geotab/KI-generiert

Bei den analysierten Fahrten beliefen sich die durch Leerlauf verursachten Kraftstoffverluste über einen Zeitraum von zwölf Monaten auf schätzungsweise 2,6 Millionen Euro. Diese ernüchternden Ergebnisse sind Teil des Index für die Frachteffizienz in Städten Europas von Geotab, für den die Daten vernetzter Fahrzeuge aus einem gesamten Jahr in sieben großen Hauptstädten analysiert wurden: Berlin, Amsterdam, Dublin, Rom, Paris, London und Madrid.

Die Kosten spiegeln die durchschnittlichen europäischen Kraftstoffpreise für das Jahr 2025 wider. In der Zwischenzeit stieg der Dieselpreis in Europa in der ersten Jahreshälfte um etwa 30 Prozent auf mehr als 2 Euro pro Liter. Dadurch würden sich die Gesamtkosten für dieselbe Zeit im Leerlauf inzwischen auf etwa 3,6 Millionen Euro belaufen.

Einzelne Städte im Detail

Berlin, das den Gesamtindex anführt, verzeichnet für LKW einen Leerlaufanteil von 8,5 Prozent – also den Kraftstoffverbrauch im Stand im Verhältnis zum Gesamtkraftstoffverbrauch. Das polyzentrische Straßennetz verteilt den Verkehr über die gesamte Stadt und begrenzt so die Stop-and-Go-Situationen, die den Kraftstoffverbrauch in die Höhe treiben. Im Vergleich dazu weisen PKW mit 13,2 Prozent eine höhere Leerlaufquote auf. Dies steht im Einklang mit der übergeordneten Erkenntnis der Studie, dass professionell gemanagte gewerbliche Fuhrparks das vorhandene Straßennetz vergleichsweise effizienter nutzen.

Rom liefert das überraschendste Ergebnis. Obwohl die italienische Hauptstadt den schlechtesten Stauwert aller untersuchten Städte verzeichnet, erzielte sie die beste Leistung hinsichtlich der Fahrteffizienz. Der Verkehr auf den Straßen Roms fließt zwar langsam, aber kontinuierlich. Fahrzeuge kommen langsam, aber stetig vorwärts, anstatt ständig anzuhalten und wieder anzufahren. Infolgedessen werden in Rom nur 2,8 Prozent des Kraftstoffs von Lkw und 7,9 Prozent von PKW im Stillstand verbraucht.

Paris zeigt das gegenteilige Bild. Die Fahrzeiten sind zwar sehr gut vorhersehbar, doch Nutzfahrzeuge in der französischen Hauptstadt verbrauchen fast jeden fünften Liter Kraftstoff im Stillstand, was dem höchsten Wert für Lkw in der Studie entspricht. Die Topografie der Stadt mit der Périphérique Ringautobahn und inneren Arrondissements sorgt für viel ineffizienten Stop-and-Go-Verkehr. Allerdings nahezu ausschließlich bei gewerblich genutzten Fahrzeugen. Pkw legen häufiger längere Strecken zurück. Daher entfallen bei ihnen nur 5,7 Prozent des gesamten Kraftstoffverbrauchs auf Leerlaufphasen – der niedrigste Wert für Pkw in der gesamten Studie. Der Unterschied von 12 Prozentpunkten zwischen Lkw und Pkw beim Kraftstoffverbrauch im Leerlauf ist in Paris größer als in jeder anderen untersuchten Stadt.

London weist unter den sieben Städten die schlechteste Kraftstoffeffizienz auf. In der britischen Metropole, die auf Platz sechs des Gesamtindexes rangiert, verhindert stetiger Stop-and-Go-Verkehr, dass Motoren ihre ideale Betriebstemperatur erreichen. London verzeichnete mit 15,60 Litern pro 100 Kilometer den höchsten Kraftstoffverbrauch bei Pkw aller untersuchten Städte – fast zweieinhalb Mal so viel wie in Paris. Von jedem in London durch PKW verbrauchten Liter Kraftstoff entfallen 13,6 Prozent auf den Kraftstoffverbrauch im Stillstand. LKW verbringen in London hingegen 11,1 Prozent ihres gesamten Kraftstoffverbrauchs im Leerlauf. Dieser Wert liegt zwar unter dem der Pkw, gehört jedoch weiterhin zu den höchsten Lkw-Werten der gesamten Studie. Die besonderen Herausforderungen für gewerbliche Fahrzeuge in London werden deutlich: Lade- und Entladebeschränkungen, die fehlende Nutzungsmöglichkeit vieler Busspuren sowie stark konzentrierte Lieferzeitfenster erschweren einen effizienten Verkehrsfluss und machen den Betrieb von Nutzfahrzeugen in London besonders anspruchsvoll.

„Stau wurde bisher vor allem unter zeitlichen Gesichtspunkten gemessen: Wie lange Fahrten dauern, wie stark Straßen ausgelastet sind und wie sich Verzögerungen auf den Betrieb auswirken. Diese Analyse zeigt jedoch, dass hinter dieser Diskussion noch eine Kostenebene verborgen liegt“, sagt Fabian Seithel, AVP Sales EMEA bei Geotab. „Wenn Fahrzeuge im Leerlauf stehen, verbrennen Fuhrparks bares Geld. Unsere Daten zeigen, dass sie dadurch Millionen verlieren: Kraftstoff, der verbraucht wird, während die Motoren laufen und die Räder stillstehen. Jeder Liter davon verursacht zudem Emissionskosten. Über den Zeitverlust hinaus ist die Belastung durch Staus sowohl finanzieller als auch ökologischer Natur. Die Fuhrparks, die am besten damit umgehen können, sind diejenigen, die am deutlichsten erkennen, wo diese Kosten anfallen.“  Quelle: Geotab

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