Management gemischter Flotten: Geotab-VP Ludewig über Herausforderungen und Chancen
Egal ob Kleinwagen mit manuellem Getriebe, Automatik-SUV, ein Kombi von Toyota oder eine Mercedes-Limousine: Autovermietungen und andere Mobility-Anbieter haben für alle Fahr- und Kundenanforderungen das richtige Fahrzeug parat. Wie in kaum einer anderen Branche arbeiten diese Unternehmen mit gemischten Flotten.
Eine diverse Aufstellung hat jedoch auch ihren Preis: Fahrzeughersteller (OEM) nutzen oft jeweils ihre eigenen Systeme zur Datenerfassung und -übertragung. Für Flottenmanager bedeutet das eine stark fragmentierte Daten-Infrastruktur. Sie müssen Unmengen an Daten aus verschiedenen Quellen zusammenführen, interpretieren, vergleichen und nutzbar machen. Gleichzeitig entstehen weitere datenbezogene Herausforderungen:
Heterogene Datenlandschaft: OEMs stellen je nach System unterschiedlich viele Daten in verschiedenen Formaten bereit. Während der eine Hersteller Einsicht in den Kraftstoffverbrauch, Batteriezustand und das Fahrverhalten erlaubt, konzentriert sich ein anderer womöglich eher auf grundlegende Informationen wie Tankfüllung und Kilometerstand. Solche Ungleichheiten stellen Flottenmanager bei der zentralen Verarbeitung und Analyse vor gewisse Herausforderungen und bieten somit nicht immer eine gute Entscheidungsgrundlage.
Konsistenzmängel: Auch Qualität und Aktualität der Datensätze können je nach OEM-System variieren. Einerseits gibt es Herstellersysteme, die einen durchgehenden Echtzeit-Datenstrom gewährleisten können. Andererseits ist das nicht immer gegeben – und das kann zu spürbaren Zeitverzögerungen führen. Besonders betroffen davon ist die Beurteilung von Fahrzeugnutzung, -zustand und -leistung. Hier ist ein einheitlicher Überblick oft nur mit zusätzlichem Aufwand möglich.
Nur eingeschränkt nutzbar: Flottenmanager, die auf die proprietären Daten der OEMs zugreifen möchten, stoßen dabei auf gewisse Einschränkungen. Denn viele der Hersteller bieten nur beschränkten oder sogar kostenpflichtigen Zugang zu ihren Plattformen. Darüber hinaus sorgen nicht-standardisierte APIs dafür, dass sich die Daten nur schwer in bestehende Systeme integrieren lassen.
TMI – too much information: Fahrzeugsysteme spielen in der Regel mehr Daten aus, als es Flottenmanagern lieb ist. Darunter befinden sich für sie oft komplett irrelevante Informationen. In diesem Datenrauschen eine sinnvolle Priorisierung vorzunehmen, gleicht einer Herkulesaufgabe.
Intelligentes Flottenmanagement dank moderner Telematik-Plattformen
In einer so fragmentierten und komplexen Umgebung ist es kaum verwunderlich, dass Flottenmanager schnell den Überblick über die eigene Flotte verlieren und ihre Entscheidungen von Wissenslücken beeinflusst werden. Eine manuelle Bearbeitung kommt allerdings nicht infrage; dafür ist der Aufwand viel zu hoch. Folglich braucht es eine Lösung, die Daten aus sämtlichen Quellen zentral zusammenführt und dadurch eine ganzheitliche Sicht auf die Flotte ermöglicht. Gerade mit Blick auf Elektrifizierung und Energieeffizienz wird diese einheitliche Datengrundlage immer wichtiger: Laut einer Geotab-Umfrage nennen 45,6 Prozent der Flottenverantwortlichen die Verringerung des Kraftstoffverbrauchs als ihre oberste Priorität – ein Ziel, das sich in gemischten Flotten fast nur mit harmonisierten Fahrzeugdaten erreichen lässt.
Eine moderne Telematik-Plattform überwacht und sammelt sämtliche Fahrzeugdaten in nahezu Echtzeit und vereint diese an einem zentralen Ort – und zwar unabhängig von Quelle, Qualität und Frequenz. Die Plattform bereitet alle Daten auf und sorgt dafür, dass sie einheitlich und somit auswertbar, vergleichbar und nutzbar sind. Darüber hinaus lassen sich wichtige Prozesse, wie etwa die Auswahl prioritärer Informationen, automatisch durchführen. Dank dieser für eine gemischte Flotte so wichtigen Datenharmonisierung entsteht ein vollständiges, konsistentes sowie typ-, marken- und modellübergreifendes Bild der gesamten Flotte. Denn nur, wer dank einer einheitlichen Datengrundlage detaillierten Echtzeit-Einblick in den gesamten Fahrzeugbestand erhält, kann sich den zahlreichen Herausforderungen eines immer komplexer werdenden Marktes stellen und gleichzeitig seinen Fuhrpark effizient managen. Quelle: Christoph Ludewig für Geotab












