Fleet Intelligence Report 2026: KI-Einsatz scheitert nicht am Budget

72 % der Flottenmanager setzen laut Shiftmove-Report bereits KI ein. Bild: Shiftmove

Berlin, 08.07.2026.

Künstliche Intelligenz ist im Fuhrparkmanagement angekommen. Wie weit der Einsatz reicht, was ihn bremst und was Fuhrparkverantwortliche erwarten, das zeigt der Shiftmove Fleet Intelligence Report 2026, für den 211 Fuhrparkmanager aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt wurden. 

Cover der Studie. Bild: Shiftmove

45 Prozent der Befragten setzen KI bereits aktiv ein, weitere 27 Prozent erproben sie in Pilotprojekten – zusammen 72 Prozent, eine klare Mehrheit. Gleichzeitig wird deutlich, wo die Grenzen liegen: 84 Prozent wollen bei zentralen Entscheidungen das letzte Wort behalten, und die größte Bremse ist nicht das Budget, sondern fehlendes Wissen.

Das Know-How entscheidet, nicht das Budget

Nur sechs Prozent der Befragten nennen das Budget als Hindernis beim KI-Einsatz – der mit Abstand niedrigste Wert. Was tatsächlich bremst, sind organisatorische Hürden: fehlendes Know-how (23 %), mangelnde interne Priorität (14 %) und fehlendes Vertrauen (12 %). Datenschutzbedenken fallen mit 13 Prozent niedriger aus als häufig angenommen. Die Hürden unterscheiden sich je nach Flottengröße: Sehr große Flotten (ab 500 Fahrzeuge) nennen vor allem den Integrationsaufwand (25 %), mittlere Flotten (20-100 Fahrzeuge) das fehlende Know-how (27 %), kleine Flotten (unter 20 Fahrzeuge) den unklaren Nutzen (20 %).

„Eine KI einmal auszuprobieren ist einfach. Der Unterschied entsteht, wenn sie verlässlich auf echten Fuhrparkdaten läuft und sauber in bestehende Systeme eingebunden ist. Erst dann wird aus einem Test ein Werkzeug, auf das man sich täglich verlassen kann“, sagt Felix Schmidt, Shiftmove Chief Product & Technology Officer.

Reporting, Prognosen, Anomalieerkennung: Größtes ungenutztes Potenzial

Beim Reporting im Fuhrpark klaffen Ist- und Wunschzustand am weitesten auseinander: 43 Prozent der Befragten automatisieren es bereits, aber 69 Prozent wünschen sich weitergehende KI-Unterstützung. Dahinter steckt ein grundlegender Unterschied: Was heute läuft, ist meistens ein Datenexport. Was gewünscht wird, ist eine Stufe weiter: Zahlen interpretieren, Empfehlungen liefern, warnen, bevor Probleme entstehen. Das größte ungenutzte Potenzial liegt in drei Bereichen:

  • Kostenprognosen und Bedarfsplanung: 65 Prozent der Befragten wünschen sich KI-Unterstützung
  • Anomalieerkennung: 61 Prozent sehen hier ungenutztes Potenzial
  • Automatisierte Kommunikation: 51 Prozent wünschen sich mehr Automatisierung bei Routineabstimmungen, z.B. mit Fahrerinnen und Fahrern
 

Compliance-Aufgaben, wie Führerscheinkontrollen oder UVV-Prüfungen, sind dagegen bereits am stärksten automatisiert (56 %).

„Fuhrparkverantwortliche brauchen keine weiteren Reports, die sie selbst mühsam deuten müssen. Sie brauchen Systeme, die Routinearbeit übernehmen, Daten in Zusammenhang bringen, Muster erkennen und konkrete Empfehlungen geben – damit mehr Zeit bleibt für Entscheidungen, bei denen menschliches Urteilsvermögen entscheidend bleibt“, sagt Schmidt.

Der Mensch behält das letzte Wort

84 Prozent der befragten Fuhrparkverantwortlichen wollen bei Kostenfreigaben und fahrerbezogenen Entscheidungen das letzte Wort behalten. Beides ist unmittelbar mit persönlicher Verantwortung verbunden – und rechtlich relevant: In Deutschland können Unternehmer bei Verstößen gegen Halterpflichten persönlich haftbar gemacht werden. Bei regelbasierten Compliance-Prüfungen sieht das anders aus: Hier besteht nur eine Minderheit (42 %) auf menschlicher Kontrolle. Das Muster ist klar: Routine gehört ins System, Entscheidung gehört dem Menschen.

KI ersetzt nicht – sie verschiebt

Die Sorge vor dem Jobverlust ist gering: Nur vier Prozent der Flottenmanager rechnen ernsthaft damit, durch KI ersetzt zu werden, 80 Prozent schließen das aus. Dass sich ihre Rolle deutlich verändern wird, erwarten dagegen rund 90 Prozent. Als wichtigste Zukunftskompetenzen für das Steuern einer Unternehmensflotte nennen die Befragten strategisches Denken (38 %), Datenkompetenz (22 %) und Technologieverständnis (19 %). Besonders aufschlussreich: Wer KI bereits aktiv einsetzt, vertraut ihr deutlich mehr als jene, die noch keine Erfahrung damit haben (3,52 vs. 3,05 von 5). Erfahrung nimmt der Technik den Schrecken – ein gutes Argument, früh und im Kleinen anzufangen.

Automatisierung als Antwort: Was heute schon Realität ist

Vieles davon ist keine Zukunftsmusik, sondern bereits Realität. Avrios, die Fuhrparkmanagement-Software von Shiftmove, beispielsweise liest heute schon eingehende Dokumente wie Rechnungen, Bußgelder oder Leasingangebote automatisch per KI aus und ordnet sie dem richtigen Fahrzeug oder Fahrer zu. Erkannte Ereignisse wie anstehende Service- oder Prüftermine werden künftig direkt Aufgaben auslösen und Beteiligte automatisch benachrichtigen. Compliance-Aufgaben wie Führerscheinkontrollen laufen bereits überwiegend automatisch ab. Die Grundlage dafür bildet eine vernetzte Datenbasis, in der Fahrzeuge, Fahrer, Dokumente und Abläufe zentral zusammenlaufen.

Das Ziel: Fuhrparkverantwortliche spürbar von administrativen Aufgaben entlasten, damit mehr Zeit bleibt für Kosten, Sicherheit und Nachhaltigkeit. Langfristig, wenn das Vertrauen in KI weiter wächst, kann sie ganze Prozesse eigenständig übernehmen.  Quelle: Shiftmove

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