Umfassender Relaunch der Fracht- und Laderaumbörse "e-kurier.net"

Straubing, 27.10.2026.

Die Digitalisierung der Transportwirtschaft wird nicht nur von großen Logistikkonzernen und internationalen Technologieunternehmen vorangetrieben. Auch mittelständische Unternehmen entwickeln eigene digitale Geschäftsmodelle und investieren gezielt in KI-getriebene Innovationen. Ein Beispiel dafür ist die Hierl & Müller OHG aus Straubing: Das inhabergeführte Kurier- und Expressunternehmen hat seine 2003 gegründete europäische Fracht- und Laderaumbörse e-kurier[.]net innerhalb von 24 Monaten umfassend modernisiert.

Screenshot der überarbeiteten Fracht- und Laderaumbörse. Bild: Hierl & Müller OHG

Vor wenigen Tagen ging die neue Plattform online. Die Entwicklung wurde maßgeblich mit eigenen personellen Ressourcen umgesetzt. Ein dreiköpfiges IT-Team unter Leitung von CTO Bernhard Schönberger verantwortete die technische Neugestaltung. Vertriebsleiter Hans Reischer betreute das Projekt auf konzeptioneller Ebene. „Das Gesamtbudget inklusive Aufwendungen für externe Dienstleister lag bei fast einer Million Euro“, so Geschäftsführer Achim Danner.

Digitalisierung eines fragmentierten Transportmarktes

e-kurier[.]net richtet sich an Unternehmen und Unternehmer, die kurzfristig Transportaufträge für Direktfahrten vergeben bzw. freie Fahrzeugkapazitäten anbieten. Im europäischen Kurier- und Expressgeschäft mit seinen mehr als 250.000 aktiven Kurier- und Expressdienst-Unternehmen – meist Kleinstunternehmen und selbstständige Unternehmer (Fahrer) – sind schnelle Informationsflüsse und die Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg entscheidende Wettbewerbsfaktoren.

Die modernisierte Plattform soll diese Zusammenarbeit deutlich vereinfachen. Dazu setzt e-kurier[.]net unter anderem auf Intelligent Document Processing (IDP). Die Technologie ermöglicht es, Transportdaten aus PDF-Dokumenten oder Screenshots automatisiert auszulesen und in die Plattform zu übernehmen. Manuelle Erfassungsschritte werden reduziert, Geschäftsprozesse beschleunigt.

Neue offene Schnittstellen erlauben den Datenaustausch mit bestehenden Transport-Managementsystemen. Über Webhooks können beispielsweise Statusänderungen automatisch und in Echtzeit an angeschlossene Unternehmenssysteme übermittelt werden.

Technologiepartnerschaft für europaweite Transporttransparenz

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die digitale Sendungsverfolgung. Gemeinsam mit einem spezialisierten Technologiepartner aus Augsburg hat Hierl & Müller eine neutrale Trackinglösung entwickelt, die direkt in die Frachtenbörse eingebunden ist.

Fahrer können ohne zusätzliche App eingebunden werden. Das System ermöglicht die Übermittlung von Transportdaten, die Erfassung von Statusmeldungen und ein energiesparendes Live-Tracking. Automatisierte Übersetzungen in bis zu 25 Fahrersprachen erleichtern die grenzüberschreitende Kommunikation via Messenger-Service. Die Aktivierung dauert nur wenige Sekunden und erfordert keine aufwendige Schulung.

Die Lösung adressiert damit ein typisches Problem des europäischen Kuriergeschäfts: wechselnde Transportpartner, unterschiedliche IT-Systeme und sprachliche Barrieren erschweren bislang eine einheitliche Transportkommunikation.

KI als nächste Entwicklungsstufe

Die technologische Weiterentwicklung ist bereits geplant. Anfang 2027 sollen zusätzliche KI-Bausteine integriert werden. Diese entstehen beim neuen KI-Start-up ailx.eu, einem Beteiligungs-unternehmen der Hierl & Müller OHG.

Das Unternehmen verbindet damit seine langjährige operative Erfahrung im europäischen Kurier- und Expressgeschäft mit dem Ausbau einer eigenständig entwickelten digitalen Plattform. Strategisch verfolgt Hierl & Müller das Ziel, e-kurier[.]net im europäischen KEP-Markt weiter zu etablieren und perspektivisch eine marktführende Position zu erreichen. Quelle: Hierl & Müller OHG

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