Zukunftskongress Logistik gestartet: KI, Robotik und Sicherheit im Fokus

Dortmund, 08.09.2026.

Mit über 350 Teilnehmenden ist am 8. September der "Zukunftskongress Logistik – 44. Dortmunder Gespräche" gestartet. Zwei Tage lang steht in den Dortmunder Westfalenhallen in Zeiten globaler Krisen das Motto "Sichere Logistik für unsichere Zeiten" im Mittelpunkt der Keynotes, Diskussionsrunden und Fachgespräche.

Zwei Tage lang steht in den Dortmunder Westfalenhallen das Motto "Sichere Logistik für unsichere Zeiten" im Mittelpunkt der Keynotes, Diskussionsrunden und Fachgespräche. Bild: Fraunhofer IML, Vinzenz Neugebauer

Gesperrte Seewege, geopolitische Konflikte, Klimaereignisse und kollabierende Lieferketten: Im Dauer-Krisenmodus muss sich die Logistik vom rein kostenoptimierten Effizienztreiber zum resilienten und wehrhaften Sicherheitsgaranten transformieren. Darin waren sich die Referentinnen und Referenten zum Start des diesjährigen Zukunftskongress Logistik einig. "Resilienz läuft nur so lange gegen Effizienz, bis der Krisenfall eintritt. Dann ist das resiliente System das effizientere – das muss man bei der Bewertung immer mitdenken", betonte etwa Prof. Uwe Clausen, Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, zur Eröffnung des Kongresses. Anschließend brachte Dr. Heiko Herold in seiner Keynote "Der globale Systemkonflikt um die Weltordnung des 21. Jahrhunderts" seine Perspektive als Vertreter des Instituts für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel in die Diskussion ein.

In einem weiteren Themenblock ging es am Vormittag um die Perspektiven von Künstlicher Intelligenz (KI) und Robotik. Prof. Alice Kirchheim, Institutsleiterin am Fraunhofer IML, forderte darin, dass sich Europa mutiger im globalen Wettbewerb positionieren müsse. "Ein mutiges Europa investiert in die Entwicklung von KI und autonomen Systemen. Offene, einheitliche Standards ermöglichen europäischen Unternehmen und ihren Forschungspartnern, gemeinsam innovative Lösungen zu entwickeln und sich im globalen Wettbewerb zu behaupten", so Kirchheim. Dr. Kerstin Höfle (Syncore) warf derweil einen Blick in die Zukunft von KI und Robotik in der Logistik.

Prof. Michael Henke, ebenfalls Institutsleiter am Fraunhofer IML, ging in seinem Impuls "Innovationen in der Logistik – wohin geht die Reise?" ebenfalls auf sich aufdrängende Fragen rund um sichere Logistik für unsichere Zeiten ein: "Wir haben alle technologischen Bausteine, um sichere Logistik in unsicheren Zeiten möglich zu machen – von der KI-gestützten Supply Chain bis zur Drohnentechnologie, von Digitalen Zwillingen bis zur Infrastruktursicherheit. Jetzt ist es unsere gemeinsame Aufgabe, sie konsequent einzusetzen", so Henke.

Am späten Vormittag und am Nachmittag folgten dann zwei Panel-Discussions: In der Diskussionsrunde "Sicherheit durch Innovation" trafen sich Markus Bangen (Duisburger Hafen), Andre Kranke (DACHSER), Petra Schlör (SSI SCHÄFER) und Markus Sandbrink (Rhenus Group IT Services). Über die Frage nach neuen Märkten für die Logistik diskutierten derweil Theresa Gröninger (cellumation / Bremische Bürgerschaft), Michael Quaden (FIEGE Logistik) und Sascha Hähnke (REMONDIS Sustainable Services). 

Schließlich pitchten wieder mehrere Start-ups um den "Digital Logistics Award", einen der höchstdotierten Preise in der logistischen Start-up-Szene. Seit 2017 ist die Verleihung fester Bestandteil des Zukunftskongresses Logistik und ehrt kreative und innovative digitale Logistiklösungen. 

Am zweiten Kongresstag, 9. September, setzen sich die Teilnehmenden mit konkreten Forschungsthemen auseinander. Mehrere parallele halbtägige Sequenzen greifen dabei unterschiedliche Fragestellungen auf: Space Logistics, Baulogistik, Defence, die EU-Verpackungsverordnung PPWR, KI-basierte Robotik, Dekarbonisierung und verlässliche IT stehen dann im Mittelpunkt. Eine besondere Rolle nimmt dabei der Themenblock "Verlässliche IT in einer vernetzten Welt" ein. Mit der Sequenz wird erstmals das Teilnehmertreffen der warehouse-logistics-Community in den Zukunftskongress integriert. Quelle: Fraunhofer IML

zurück TOP