Fahrsicherheit: ZF LIFETEC kombiniert Insassenerkennung und Insassenschutz
„Der eigentliche Mehrwert von Innenraumsensorik liegt nicht in der Datenerfassung selbst, sondern in der intelligenten Nutzung dieser Daten, um die Sicherheit der Fahrzeuginsassen zu verbessern“, sagt Harald Lutz, Senior Vice President Research & Development bei ZF LIFETEC.
Mit neuen Innenraumkonzepten, zunehmender Fahrzeugautomatisierung und steigenden Sicherheitsanforderungen gewinnt die präzise Erkennung von Fahrzeuginsassen weiter an Bedeutung. Gleichzeitig messen internationale Sicherheitsbewertungsorganisationen Rückhaltesystemen eine wachsende Bedeutung bei, um die unterschiedlichen Körpergrößen und Sitzhaltungen bei der Schutzwirkung zu berücksichtigen. „Je individueller Fahrzeuginnenräume werden, desto wichtiger werden Systeme, die den Insassen verstehen und Schutzfunktionen entsprechend individuell anpassen können. Die Kombination aus Sensorik und Rückhaltesystemen gewinnt im Zuge neuer Fahrzeugsicherheitskonzepte deshalb zunehmend an Bedeutung“, ergänzt Lutz. ZF LIFETEC präsentiert diesen neuen Systemansatz und die zugrunde liegenden Technologien auf der vom 22. bis 24. September 2026 in Barcelona stattfindenden Fachmesse InCabin Europe 2026.
Wie aus Insassendaten individuelle Schutzstrategien werden
Kameras, Sitzsensoren und Gurtsensoren liefern Informationen über Gewicht und Sitzposition der Fahrzeuginsassen. Durch die Kombination dieser Datenquellen entsteht ein umfassendes Bild der Insassensituation. Auf dieser Grundlage können Airbags und Sicherheitsgurte an unterschiedliche Personen und Unfallszenarien angepasst werden. Ziel ist es, die Schutzwirkung zu verbessern und gleichzeitig der steigenden Komplexität moderner Fahrzeuginnenräume gerecht zu werden.
„Im Bereich der passiven Sicherheit wird es in Zukunft nicht mehr ausreichen, lediglich einen Unfall zu erkennen“, erklärt Philipp Russ, Head of Occupant Monitoring bei
ZF LIFETEC. „Neben Parametern wie Aufprallrichtung, -ort und -schwere ist es genauso wichtig zu wissen, wer auf einem Sitzplatz sitzt, wie diese Person positioniert ist und welche Rückhaltestrategie den höchsten Schutz bietet.“
Um dieses Verständnis in wirksame Schutzmaßnahmen umzusetzen, verbindet ZF LIFETEC Erkennungstechnologien und Systeme der passiven Sicherheit zu einem integrierten Gesamtsystem. Damit schließt das Unternehmen die Lücke zwischen Insassenerkennung und Insassenschutz. Zum Systemansatz gehören Occupant Monitoring, adaptive Rückhaltealgorithmen sowie zentrale Komponenten der passiven Sicherheit. Dazu zählen adaptive Airbagsysteme mit variabler Entlüftung und anpassbarer Kissengeometrie ebenso wie moderne mehrstufige Gurtkraftbegrenzer. Ihr Zusammenspiel ermöglicht eine präzisere Abstimmung der Rückhaltung auf unterschiedliche Insassen und Unfallsituationen und unterstützt Fahrzeughersteller dabei, aktuelle und zukünftige Sicherheitsanforderungen zu erfüllen.
Euro NCAP erhöht Anforderungen an Insassenerkennung und Adaptivität
Die Euro-NCAP-Roadmaps für 2026 und 20230 verdeutlichen den Trend hin zu einer zunehmend personalisierten Fahrzeugsicherheit. Funktionen wie Occupant Status Monitoring (OSM), die Erkennung von Sitzposition und Gurtanlegezustand, die automatische Steuerung des Beifahrerairbags sowie die Klassifizierung von Insassengrößen gewinnen kontinuierlich an Bedeutung. Gleichzeitig rücken adaptive Rückhaltesysteme stärker in den Fokus der Sicherheitsbewertungen. Künftige Fahrzeuggenerationen müssen unterschiedliche Insassentypen erkennen und die Energiemanagementstrategien von Airbag und Sicherheitsgurt entsprechend anpassen. Um diese Entwicklung zu unterstützen, erweitert Euro NCAP seine Bewertungsverfahren auf ein breiteres Spektrum von Insassengrößen und fördert Lösungen, die Schutzmaßnahmen an reale Insassensituationen anpassen können.
Mit seinem integrierten Ansatz, der Occupant Monitoring Software und passive Sicherheitstechnologien miteinander verbindet, adressiert ZF LIFETEC diese Entwicklung direkt. Das Unternehmen kombiniert Sensorsysteme mit adaptiven Airbagtechnologien, Dual Contour Airbags zum Schutz von Fahrer und Beifahrer sowie fortschrittlichen Sicherheitsgurttechnologien der ACR.8-Familie. Dadurch können Informationen wie Sitzposition und Körpergröße des Insassen unmittelbar in die Rückhaltestrategie einfließen. Für Fahrzeughersteller entsteht so ein ganzheitlicher Systemansatz, der die Erfüllung aktueller NCAP-Anforderungen unterstützt und gleichzeitig die Grundlage für zukünftige Herausforderungen im Bereich Fahrzeugsicherheit schafft. Quelle: ZF









