Anwendertest: Telematik zur Ortung und Diebstahlsicherung in der Baubranche

Die YellowFox-Telematik sichert bereits 80 Prozent der Fahrzeuge bei Korduan. Bild: Korduan

Templin/Hamburg, 03.02.2022 (msc).

Wer nicht nur über eine kleine Fahrzeugflotte verfügt, sondern viele Maschinen im Einsatz hat, gleichzeitig an zahlreichen verschiedenen Orten, der muss sich anstrengen, um den Überblick zu behalten. Im Alltag ist aber oft nicht die Zeit für mehrfaches Überprüfen, Anrufen, Nachfragen. Sehr viel leichter wird die Planung mit dem Einsatz von Telematik, gerade im Baugewerbe. 

Die Telematik von YellowFox sichert nicht nur die Maschinen, sondern unterstützt auch bei der Planung des Fuhr- und Maschinenparks. Bild: Korduan

Oliver Wolf, Disponent bei der Firma Korduan Transporte GmbH aus Templin in Brandenburg, war klar, dass es mit dem alten Telematik-System nicht mehr ging, als er sich an YellowFox wandte. Der Telematik-Anbieter aus der Nähe von Dresden war ihm von seinem Telefonanbieter empfohlen worden. Zu diesem Zeitpunkt hatte man bei Korduan ein fest verbautes GPS-System. Bei Fahrzeugwechseln ergaben sich jedes Mal Probleme – die Geräte mussten mühsam aus dem ersten Fahrzeug aus- und anschließend ins zweite Fahrzeug wieder eingebaut werden. Ohnehin waren nur 50 von 80 Geräten überhaupt im Einsatz. Nun sollte sich etwas ändern.

Wechsel zu YellowFox

YellowFox bietet eine Steckerlösung, die man dem Anbieter zufolge jedem Mitarbeiter mitgeben kann, sodass das Unternehmen alles selbst organisieren kann. Die Korduan Transporte GmbH ist tätig im Transport von Erde und Schüttgut, im Abbruch und Tiefbau. Das 1992 gegründete Unternehmen hatte zunächst mit Handel und Transport von Brennstoffen und Kohlehandel begonnen. Seit Mitte der 1990er Jahre orientiere sich Korduan in Richtung der heute relevanten Bereiche. Mittlerweile hat die Firma etwa 160 Mitarbeiter. Wichtig seien die GPS-Ortung der Fahrzeuge gewesen und die Reporte, also wo sich die Fahrzeuge wann und wie lange befunden haben, erzählt Wolf. Auch das dazugehörige Archiv ist nützlich für ihn als Disponenten. „Zum Beispiel bei Streitigkeiten mit Fahrern“, dann könne er gleich einsehen, ob korrekte Daten angegeben wurden.

Telematik zum Diebstahlschutz

Auch eine Diebstahlsicherung enthält die YellowFox-Kombilösung. Immerhin ist bei Korduan schon mehrmals eingebrochen worden. Im System hinterlegt ist, dass sich etwa die Maschinen auf dem Platz in Templin zwischen Freitag Abend und Montag früh im Ruhezustand befinden sollten. Wird eines der Fahrzeuge bewegt, gibt es einen Alarm per SMS und Mail an Wolf. „Wenn man dann sieht, dass die Rüttelplatte mit dem Tieflader mit 100 km/h auf der Autobahn Richtung Grenze fährt…“ Wolf muss schmunzeln. Für die Pkw-Flotte wurden die Heimatadressen der Fahrer hinterlegt, denn die Autos stehen auch viel bei den Angestellten zu Hause. So lässt sich ebenfalls einsehen, ob die Autos am Standort bleiben oder vielleicht bewegt werden, ohne dass die Firma Bescheid weiß.

Tester:
Korduan Transporte GmbH, Templin
Interviewpartner:
Oliver Wolf, Disponent, Korduan Transporte GmbH
Autor:
Martina Scheffler, Telematik-Markt.de
Kerngeschäft:
Transport von Erde und Schüttgut, Abbruch und Tiefbau
Fuhrpark:
80 Lkw
Wirkungskreis:
bundesweit, Schwerpunkt Ostdeutschland
Anforderungsprofil des Anwenders:
Bei der Korduan Transporte GmbH suchte man eine Telematik-Lösungen die auch wechselnde Fahrzeuge einfach abbilden kann. Ziele waren neben der Diebstahlsicherung insbesondere das Flottenmanagement mit Navigation und exakten Bewegungsdaten der Fahrzeuge.

 

Aber nicht nur der Sicherheit dient die Kontrolle der Fahrzeuge, auch bei der Planung hilft die Übersicht, die der Anwender mit YellowFox behält. Alle Maschinen sind im Portal abgebildet. Diese Übersichtlichkeit war Wolf von Anfang an wichtig. Nur ein einziges Portal muss er im Blick behalten, und das geht auch von jedem mobilen Endgerät aus. Neben der Übersichtlichkeit überzeugte YellowFox Oliver Wolf auch mit der Einfachheit – beim Bagger könne einfach der Stecker direkt an die Batterie angeschlossen werden, wo man bei anderen Geräten fünf verschiedene Kabel benötige.

Fuhrpark fast vollständig vernetzt

Noch musste die Diebstahlsicherung nicht zuschlagen. Seit März 2021 ist die YellowFox-Lösung bei Korduan im Einsatz, in 80 Prozent der Fahrzeuge ist sie bereits integriert. Die restlichen sollen bald folgen. Innerhalb von einem Jahr so viele Lkw auszurüsten, sei schon beachtlich, findet Wolf. Bei anderen Systemen müsse man erst lange überlegen, wo man überhaupt anschließt, dann funktioniere vielleicht nicht alles – ganz anders dagegen YellowFox. Kann man den Erfolg schon messen? „Zeit gespart haben wir auf jeden Fall“, findet Wolf. „Wir müssen nicht mehr mühsam hinterhertelefonieren, herumfragen, wo der Bagger ist“ – bei 80 LKWs auf verschiedenen Baustellen ist es schließlich gar nicht so leicht, alle im Blick zu behalten. „Die Steuerung der Flotte ist einfacher“, resümiert der Disponent. Das Programm sei bei ihm immer offen. Wenn eine neue Baustelle hinzukomme, könne er sofort sehen, welcher Mitarbeiter Zeit hat und in der Nähe ist.

Hatten die Kollegen Berührungsängste mit der neuen Lösung? „Eher unproblematisch“ sei die Einführung gewesen, sagt Wolf, nur bei den Bautruppen habe es zu Beginn ein „bisschen Widerspruch“ gegeben. Eigentlich seien solche Systeme ja inzwischen gang und gäbe, anders als noch vor zehn Jahren, da wäre er vielleicht selbst noch skeptisch gewesen. Andererseits seien sie ja auch für die Fahrer eine große Hilfe – manch einer wäre bei einer unbekannten Baustellengegend vielleicht in die falsche Richtung gefahren ohne Unterstützung der Telematik.

Die Eingewöhnung an die neue Technik verlief problemlos. „Ich bin ja experimentierfreudig“, scherzt Wolf. „Ich drücke gern alle Knöpfe, um zu sehen, was passiert.“ Offenbar nichts Schlimmes – sein Berater bei YellowFox habe ihm aber auch alles genau erklärt und eine Einweisung gegeben, ohnehin sei das Programm fast selbsterklärend, und nicht alle Optionen wurden bislang genutzt. Sein Berater steht Wolf für Fragen aller Art telefonisch zur Seite.

Fazit

Langfristig soll es noch mehr Telematik bei Korduan geben. Eigentlich wolle man keine papiernen Lieferscheine mehr, sagt Wolf, doch noch werde viel mit Stift und Papier gearbeitet, noch brauche man keine weiteren Module. Wichtig sei jetzt vor allem: „Es funktioniert alles."

 

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