ZF auf der IAA: Vernetzte Fahrwerkkomponenten für das Flottengeschäft, vorausschauende Wartung und Fahrbahnzustandsanalyse

Friedrichshafen, 06.09.2021.

Die zukünftig automatisiert und autonom fahrenden Pkw-Generationen benötigen eine steigende Anzahl leistungsfähiger Sensoren – und sammeln damit immer mehr Daten. Kluge Algorithmen können daraus Informationen generieren und erlauben sogar zusätzliche Geschäftsmodelle. ZF ermöglicht dies mit umfassendem Know-how in der Fahrwerktechnik und seiner Sensortechnik. Jüngstes Beispiel ist der in einen Lenker integrierte Höhenstandsensor. Seine Funktionsvielfalt und Datenqualität reicht weit über seinen ursprünglichen Einsatzzweck hinaus.

ZF stattet seine Fahrwerkkomponente mit einem smarten Sensor aus, der mit der ZF ProConnect Connectivity Unit verbunden werden kann und mit dem ZF-Dämpfersystem Continous Damping Control interagiert, sowie die elektromechanische Wankstabilisierung und Leuchtweitenregulierung unterstützt. Bild: ZF

Schon heute bietet der Sensor gegenüber gängigen Höhenstandmessern zahlreiche Vorzüge für Automobilhersteller: Statt eines separaten Einbaus an der Karosserie wird der Sensor in die Fahrwerklagerung integriert. Er ist daher robuster, günstiger, leichter, einfacher montierbar und deutlich vielseitiger. Neben der dynamischen Leuchtweitenregulierung unterstützt er auch weitere semiaktive und aktive Systeme für die Fahrwerkregulierung. Die jüngste Generation des integrierten Sensors steht aktuell kurz vor der Serienreife. Der Produktionsstart der smarten Fahrwerkkomponente ist für 2023 geplant.

Neue Geschäftsmodelle

ZF kann den Leistungsumfang der smarten Fahrwerkkomponenten sogar noch deutlich ausbauen: „Unsere Auswertungsalgorithmen verleihen Sensoren die notwendige Intelligenz, um Kunden in ganz unterschiedlichen Bereichen einen Mehrwert zu bieten“, erklärt Steffen Reichelt, Leiter der Produktlinie Fahrwerkkomponenten bei ZF. „Die Daten, die der Sensor sammelt, lassen zusätzliche Rückschlüsse über das Fahrzeug, seine Umgebung und die Straßenoberfläche zu. Diese Erkenntnisse sind besonders attraktiv für die gewerblichen Fahrzeugnutzer und Flottenhalter, aber auch für die Instandhaltung der Straßen-Infrastruktur.“

Von vorausschauender Wartung bis zur Fahrbahnzustandsanalyse

ZF entwickelt bereits die notwendige Software für diese erweiterte Datenanalyse. So erfasst der Sensor beispielsweise mit seinem Merkmalsspeicher Fahrbahndefekte, die zu einer Schädigung wichtiger und sicherheitsrelevanter Fahrwerkkomponenten führen würden, jedoch durch die Dämpferansteuerung ausgeglichen werden können. Darüber hinaus kann über den Sensor auch ermittelt werden, ob durch den unfreiwilligen Kontakt mit einer hohen Bordsteinkante Defekte entstanden sein könnten. Ein vorsorglicher Werkstattbesuch verhindert dann Ausfallzeiten, die besonders bei Nutzfahrzeugen mit hohen Kosten verbunden sind. Auch Unterschiede in der Beladung kann der Sensor erfassen – und ermittelt so relevante Informationen für elektronische Sicherheitssysteme im Fahrzeug. Darüber hinaus könnte ZF künftig weitere Sensorfunktionen integrieren und so den technischen Zustand z.B. eines Mietfahrzeugs dokumentieren. Das ist wichtig, wenn in Zukunft immer mehr Fahrzeuge im Rahmen neuer Mobilitätskonzepte von unterschiedlichen Nutzern bewegt werden, ohne dass ihr Zustand vor oder nach dem Fahrerwechsel überprüft wird.

Bringt es der Sensor zu einer hinreichend hohen Verbreitung, profitiert auch die Infrastruktur: Die analysierten Daten können Aufschluss über den Zustand von Straßen und Brücken geben. Schwachstellen wie Risse im Fahrbahnbelag oder Schlaglöcher lassen sich auf diese Weise deutlich schneller und effizienter auffinden.

„Unsere smarten Fahrwerkkomponenten sind wichtig für die digitale Zukunft der Mobilität“, fasst Steffen Reichelt zusammen. „Wir legen mit unserer Serientechnik schon heute einen Grundstein für die ‚Next Generation Mobility‘.“ Quelle: ZF Friedrichshafen AG

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