Studie bei Fahrern und Unternehmern zum Einsatz von Telematik

Berlin, 23.10.2013.

Eine von MiX Telematics in Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Spanien durchgeführte Umfrage unter Kraftfahrern legt eine nachlässige Grundeinstellung bei Berufskraftfahrern offen. Dies gilt für die Fahrer, als auch für deren Arbeitgeber. Die Ergebnisse der Studie heben den Bedarf von telematischen Systemen hervor, um Kraftstoff zu sparen und das Fahrerverhalten zu verbessern.

 
  • Fast einem Viertel der befragten Fahrer war ein kraftstoffsparender Fahrstil gleichgültig oder sie bewerteten ihn als unwichtig
  • 17% der Fahrer war es egal, ob sie einen positiven Eindruck ihres Arbeitgebers in der Öffentlichkeit hinterlassen, oder es erschien ihnen unwichtig
  • Nur 16% der Fahrer haben ein Training zur Verbesserung ihres Fahrstils durchlaufen – das von ihrem Arbeitgeber durchgeführt wurde.

 

Ergebnisse zum Thema Fahrstil

Obwohl 90% der 800 befragten Fahrer  bestätigten, dass für Berufskraftfahrer ein sicheres und umsichtiges Fahren anderen Verkehrsteilnehmern gegenüber sehr oder ziemlich wichtig ist, erhalten lediglich 25% der Fahrer von ihren Vorgesetzten Richtlinien, um ihre Fahrweise zu verbessern. Nur 10% der Befragten berichteten, dass ihr Fahrzeug mit Technologieausgestattet ist, die ihren Fahrstil analysiert.

Darüber hinaus wurde von 19% der Fahrer der „Fahrstil“ als maßgeblicher Faktor bei der Leistungsbeurteilung angegeben. Davon gaben 14% an, für gutes Fahrverhalten belohnt zu werden, 13% berichteten, dass sie für schlechtes Fahrverhalten bestraft worden zu sein. Auf die Frage, wie ihr Fahrstil kontrolliert wird, antworteten 61% mit „Durch Beobachtung“.

Bei den Arbeitgebern, die einen systematischeren Ansatz zur Fahrerkontrolle haben und sich für ein Telematiksystem entschieden haben, werden üblicherweise Fahrereignisse wie Geschwindigkeit, starke Beschleunigung, scharfes Bremsen, Leerlaufzeitenüberschreitungen und zu hochtourige Fahrweise gemessen und bilden die Rahmendaten für Richtlinien.

Folgende Vorteile wurden von den Fahrern, deren Leistung kontrolliert wird, aufgezählt:

  • Ich bin mir meiner Geschwindigkeit mehr bewusst,
  • ich fahre gleichmäßiger, schränke Beschleunigungen und Bremsvorgänge ein,
  • ich wechsele häufiger den Gang und vermeide hohe Drehzahlen,
  • ich schalte den Motor aus, um überflüssigen Leerlauf zu vermeiden.

 

Finanzielle Anreize sind die Spitzenreiter

Dazu befragt, wie man sie zu einer Verbesserung ihrer Fahrweise anspornen könnte, beantwortete die Mehrzahl der Fahrer mit „Durch Belohnungen“. Aber nur 14% der Fahrer geben an, dass ihre Arbeitgeber diese Methode nutzen. Die meisten dieser Belohnungen werden den Fahrern in Form von monatlichen oder jährlichen Barauszahlungen oder Boni gegeben.

Andererseits gaben 40% der Umfrageteilnehmer an, dass sie mit einer Abmahnung für schlechtes Fahrverhalten abgestraft wurden. Damit ist dies die am meisten genutzte Sanktion. Aber die Zahlen variieren stark von Land zu Land. Abmahnungen werden öfter in Spanien (50%) und Frankreich (45%) als in Deutschland (30%) erteilt.

Nur 16% der Fahrer wurde bei unterdurchschnittlichem Fahrstil von ihrem Arbeitgeber ein Fahrtraining angeboten.

 

Unterstützung für Fahrer wünschenswert

„Es ist besorgniserregend zu sehen, wie wenige Fahrer Fahrtrainings erhalten und dass nur 10% der befragten Fahrer über ein Fahrzeug-internes Kontrollsystem verfügen, dass sie dabei unterstützt, besser und sicherer zu fahren. Und das obwohl doppelt so viele Fahrer angeben, das Fahrstil bei ihrer Leistungsbeurteilung eine Rolle spielt. Wir fragen uns nur, wie das ohne ein entsprechende Technologie gehandhabt wird“, kommentiert Steve Coffin, Leiter Marketing & Operatives Geschäft für MiX Telematics Europa.

„Auf der anderen Seite ist es ermutigend zu sehen, welchen positiven und beträchtlichen Einfluss Telematiksysteme auf das Fahrverhalten haben. Telematik begleitet uns jetzt seit mehr als 10 Jahren und ihr Nutzen hat sich bewährt. Und Betreiber von Fuhrparks aller Arten von Fahrzeugen profitieren jeden Tag von den Vorzügen dieser Systeme.

Keine andere Fahrhilfe auf dem Markt ermöglicht es heute Flottenmanagern, die gute oder eben nicht so gute Leistung ihrer Fahrer zu überblicken. Wenn diese Technologie außerdem dazu genutzt wird, Trainingsprogramme für Fahrer zu entwickeln und auszurollen, dann können die Vorteile, die Telematiksysteme  hinsichtlich reduziertem Kraftstoffverbrauch und Stillstandzeiten, vermindertem Stress für die Fahrer und verbesserter Straßenverkehrssicherheit bieten,  einen wirklicher Wettbewerbsvorteil darstellen. Das sollte jedes Unternehmen berücksichtigen.“

Die Ergebnisse der Studie zeigen deutlich, dass nicht nur einen Bedarf an Telematik und Managementsystemen für besseres  Fahrerverhalten  bei kommerziellen Fuhrparks besteht, sondern auch ein Bedarf  an Schulungen für Fuhrparkmanager und Führungspersonal, wie sie schlechtes Fahrverhalten  in ihrem Unternehmen korrigieren können.

 

 

Hintergrundinformationen zur Studie

Die Studie wurde im September 2013 durchgeführt und umfasst Antworten von 800 Berufskraftfahrern von unterschiedlichen Dienstfahrzeugen, Transportern, LKWs, Bussen und Reisebussen aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Spanien.

Bei den 800 Studienteilnehmern handelt es sich um je 200 aus jedem dieser vier abgefragten Länder. Darunter waren:

  • 58% männlich
  • 16% im Alter 18-29 Jahre, 28% im Alter 30-39 Jahre, 26% im Alter 40-49 Jahre und 30% waren 50 Jahre oder älter
  • 27% Fahrer von Transportern, 9% Lastkraftwagenfahrer, 6% Bus- oder Resiebusfahrer. Der Rest waren Fahrer von Firmenwagen.

 

zurück TOP