STRATO-Studie zur Cloud-Nutzung: Deutschland speichert lieber lokal – und will KI für mehr Sicherheit
Cloud-Speicher sind in den Niederlanden und Schweden längst Standard, nicht aber in Deutschland. Laut einer forsa-Studie im Auftrag von STRATO nutzen dort nur 66 Prozent regelmäßig Cloud-Dienste – deutlich weniger als in den beiden Vergleichsländern mit jeweils rund 80 Prozent. Stattdessen greifen viele in Deutschland noch auf externe Datenträger zurück: 58 Prozent speichern Daten auf Festplatten oder USB-Sticks, während dieser Anteil in den Niederlanden bei 45 Prozent und in Schweden bei 39 Prozent liegt.
Auch interne Gerätespeicher bleiben hierzulande beliebter als im europäischen Norden. Dieser konservativere Umgang spiegelt ein geringeres Sicherheitsgefühl wider: Nur 64 Prozent der Befragten in Deutschland fühlen sich beim Surfen sicher, während es in den Niederlanden 74 Prozent und in Schweden 68 Prozent sind.
Datenschutz bleibt entscheidendes Kriterium
Trotz der Zurückhaltung zeigt sich ein starkes Bewusstsein für Datenschutz. Etwa zwei Drittel der Nutzenden in allen drei Ländern äußern Bedenken gegenüber Anbietern mit Servern außerhalb Europas. In Deutschland sind es sogar 67 Prozent. Entsprechend legen 73 Prozent der Befragten hier Wert auf europäische Serverstandorte und die Einhaltung der DSGVO – ähnlich hohe Werte finden sich auch in den Vergleichsländern.
Diese Haltung zeigt sich auch bei der Zahlungsbereitschaft: Rund zwei Drittel der Befragten in Deutschland und den Niederlanden akzeptieren höhere Preise für europäische Cloud-Angebote. In Schweden liegt der Anteil nur leicht darunter.
Offen für KI – vor allem bei Sicherheit
Auffällig ist die technologische Erwartungshaltung. Während sich Deutschland insgesamt vorsichtiger zeigt, liegt das Interesse an KI-gestützten Sicherheitsfunktionen deutlich über dem europäischen Durchschnitt. 67 Prozent wünschen sich automatische Warnungen bei verdächtigen Zugriffen – in den Niederlanden sind es 49 Prozent, in Schweden 46 Prozent. Auch intelligente Suchfunktionen in Dateien oder Bildern werden häufiger nachgefragt.
Skepsis und Fortschrittswille im Widerspruch
Die Studie zeichnet das Bild eines digitalen Deutschlands, das zwischen Skepsis und Fortschrittswillen schwankt. Einerseits hält es an physischen Speichermedien und hohem Datenschutz fest, andererseits wächst die Offenheit für moderne, KI-gestützte Sicherheitslösungen. Während Länder wie die Niederlande und Schweden die Cloud längst als selbstverständlichen Teil ihres digitalen Alltags begreifen, bleibt Deutschland vorsichtig – aber mit klaren Vorstellungen davon, wie eine sichere Cloud der Zukunft aussehen soll.
Methodik: Im Rahmen der Studie wurden im August 2025 in Deutschland, den Niederlanden und Schweden rund 1.000 Bürger:innen zwischen 18 und 75 Jahren befragt. Die Online-Erhebung erfolgte durch Forsa (Deutschland). Die Ergebnisse sind repräsentativ, mit einer statistischen Fehlertoleranz von +/- 3 Prozentpunkten.Quelle: STRATO









