Steigerung der Akzeptanz gegenüber Telematik: Eine Frage der Kommunikation

Erkennen Mitarbeiter*innen die Vorteile einer Telematik-Lösung im Arbeitsalltag auch für sich persönlich, so steigt die Akzeptanz ungemein. Bild: Tiger Lily/Pexels

Hamburg, 17.08.2020 (pkl).

Telematik-Lösungen bieten extreme Vorteile. Sie sammeln und verarbeiten automatisiert Daten aus unterschiedlichsten Quellen. Die benötigten Informationen werden dabei automatisch von Maschinen und Fahrzeugen erfasst oder durch Personen eingegeben. Dadurch lassen sich Prozesse in ihrer Gesamtheit überhaupt erst detailliert darstellen und dadurch konkretes Potenzial zur Optimierung erkennen. Die Daten sind meist so zahlreich vorhanden, dass neuen Funktionen kaum Grenzen gesetzt sind und viele Prozesse nachhaltig optimiert werden können. Doch all das kann schnell scheitern, wenn die Lösung von den Mitarbeiter*innen verweigert wird. Und das kann verschiedenste Ursachen haben.

Eine passende Telematik-Lösung liefert Vorteile für nahezu alle Prozess-Beteiligten. Die Wahl eines geeigneten Telematik-Anbieters ist daher entscheidend. Mit Services wie Telematik-Finder.de hilft die Mediengruppe Telematik-Markt.de bei der Suche. Bild: Pixabay

Die Einführung einer Telematik-Lösung beispielsweise in Transport-, Logistik-, Service- oder Baubetrieben ist häufig von Herausforderungen geprägt, die insbesondere nach der technischen Installation auftreten. Denn diese ist heutzutage fast schon Nebensache. Es ändert sich vergleichsweise wenig an den Sensoren, die verbaut sind, bzw. an den Geräten, welche die Daten erfassen. Der Einbau erfolgt dadurch zumeist absolut routiniert. Zudem sind die Anwendungsfälle bereits so umfangreich, dass viele Telematik-Unternehmen auf eine große Expertise bauen können.

Im Fahrzeug sitzt kein(e) Entwickler*in

Kompliziert wird es erst, wenn Telematik-Lösungen bedient werden müssen. Genau hier liegt es in der Verantwortung der Entwickler*innen, zeitgemäße Lösungen zu erstellen. Ein umständlich zu bedienendes System vermittelt per se nicht den Eindruck, als würde es Prozesse vereinfachen können. Es konfrontiert Anwender*innen mit seiner Komplexität und schafft so eine Mauer. Während sich Disponent*innen auf die Bedienung und die Feinheiten einer Software konzentrieren und diese Mauer so Stück für Stück abbauen können, ist das bei Mitarbeiter*innen im Lager oder im Fahrzeug verständlicherweise nicht zu erwarten. Doch eben hier ist der entscheidende Faktor für den Erfolg der Prozessdigitalisierung, denn niemand außer der Belegschaft auf der Straße, beim Endkunden oder in den Logistik-Hubs kann die dortigen Prozessschritte dokumentieren. Und sie alle haben unterschiedliche Erfahrungswerte im Umgang mit mobilen Endgeräten und Software. Hinzu kommen dann oftmals auch Sprachbarrieren.

Big Data? Nie gehört.

Zum besseren Verständnis: Eine Studie¹ von YouGov im Auftrag von Maisberger untersuchte den Bekanntheitsgrad von verschiedenen Bereichen der Digitalisierung. Nur 32 Prozent der Befragten haben – Stand 2019 – von „Big Data“ gehört, „Blockchain“ liegt mit 28 Prozent noch weiter dahinter. Das gefühlt permanent besprochene „Internet of Things“ ist nur zu 26 Prozent bekannt. Von den ohnehin schon wenigen Personen, die diese Begriffe kennen, haben wiederum weniger als die Hälfte (38 Prozent) tatsächlich schon damit zu tun gehabt – zumindest wissentlich. Dabei muss aber auch klar sein: Es ist schlichtweg nicht der Job von Fahrer*innen oder Lagerist*innen, Telematik zu identifizieren. Doch es gehört immer mehr und eigentlich schon standardmäßig zum Job, entsprechende Lösungen zu nutzen. Damit dies korrekt und ohne Bedenken funktioniert, sind die Führungsebenen gefordert.

Nutzen Sie Schulungen!

Der Belegschaft ein Tablet oder Smartphone in die Hand zu drücken und zu erwarten, dass sie eine Telematik-Lösung ohne Weiteres versteht und plötzlich wie selbstverständlich ihre Arbeitsschritte do - kumentiert, grenzt an Überheblichkeit. Deswegen setzen umsichtige Telematik-Anbieter*innen neben durchdachten Bedienungskonzepten auch auf umfangreiche Schulungsangebote für ihre Kund*innen. Klar, dadurch werden die Mitarbeiter*innen für bestimmte Zeit gebunden. Doch erlaubt es auch, den Erfolg einer Telematik-Lösung im Betrieb zu stärken und nachhaltig das eigene Geschäft zu modernisieren. Es hilft dabei, die Lösung korrekt bedienen und von allen Vorteilen profitieren zu können. Darüber hinaus schafft es den enorm wichtigen Raum, um Fragen zu beantworten, Bedenken aus dem Weg zu räumen und die Lernbereitschaft zu steigern. Entscheidend ist daher auch die Qualität der Schulung.

Begegnung auf Augenhöhe

Ob eine Telematik-Lösung akzeptiert wird, entscheidet sich aber nicht erst, wenn die Schulungen beginnen. Bereits davor muss klargestellt werden, was genau bezweckt wird. Ansonsten starten Mitarbeiter*innen nicht selten mit großer Ablehnung in die neue Arbeitswelt. Denn die Skepsis der Deutschen ist groß. Eine Studie² von iBusiness und Appinio untersuchte die Ängste der Deutschen in Bezug auf Digitalisierung. Größte Sorge: Datenmissbrauch. Darüber hinaus befürchteten die Befragten die totale Überwachung und eine unnötige Speicherung persönlicher Daten. Hier ist es wichtig, früh mit den Mitarbeiter*innen zu sprechen und zu erklären, was genau eine neue Telematik-Lösung macht, um welche Daten es geht und wie diese verwendet und auch verwaltet werden. Ausführungen darüber sollten möglichst auch schriftlich im Vorfeld erfolgen, damit Mitarbeiter*innen etwas „Handfestes“ haben. Das ersetzt jedoch keinesfalls das Gespräch. Dabei muss letztlich nur eines verständlich vermittelt werden. Es gilt, einen Prozess zu digitalisieren. Hierfür lassen sich Daten von Maschinen automatisiert erfassen, doch viele Schritte im Arbeitsablauf werden selbstverständlich und auch besser von Mitarbeiter*innen durchgeführt. Somit sind diese Personen auch die einzigen, die diese Schritte dokumentieren können.

Der persönliche Vorteil

Alle Mitarbeiter*innen verrichten täglich ihren Job und liefern damit die Basis für den Erfolg des Unternehmens. Genau auf dieser Ebene sollte man ansetzen, wenn man Telematik einführen möchte. Denn in der Regel führen diese Lösungen zu Arbeitserleichterungen für alle Beteiligten. So finden Dokumentationen ja häufig bereits statt, werden durch Telematik jedoch nicht mehr auf Papier oder überhaupt nicht mehr manuell durchgeführt. Das kann die Arbeit ungemein erleichtern! Missverständnisse lassen sich vermeiden und häufig verringert sich auch der Stress im Alltag. In den von uns recherchierten Anwendertests bestätigt sich diese Entwicklung häufig: Wenn eine Telematik-Lösung professionell und mit Respekt gegenüber der Belegschaft eingeführt wird, folgt nach anfänglicher Skepsis die Akzeptanz und nicht selten eine echte Begeisterung. Nach einer Studie³ der Friedrich-Ebert-Stiftung erkennen 68 Prozent der Befragten einen hohen oder sogar sehr hohen Nutzen der technologischen Entwicklung in den letzten zehn Jahren. Doch nur eine absolute Minderheit von 19 Prozent glaubt, dass die Bedürfnisse der Menschen im Mittelpunkt der digitalen Technologieentwicklung stehen. Daher ist es wichtig, immer auch die persönlichen Vorteile einer jeden Technologie hervorzuheben.

Setzen Sie daher auf die Expertise von fähigen Telematik-Anbieter*innen, wie Sie zum Beispiel in der TOPLIST der Telematik vereint werden, oder wenden Sie sich mit Ihren Fragen auch gerne direkt an uns: redaktion@telematik-markt.de

Quellen: ¹ „Die Skepsis der Deutschen gegenüber neuen Technologien“ (YouGov-Studie im Auftrag von Maisberger) / ² „Die 10 größten Ängste der Deutschen zur Digitalisierung“ (Studie von ibusiness und Appinio) / ³ „Zeit für ein Update“ (Friedrich-Ebert-Stiftung)


Telematik Award 2020

Der Ablauf des Telematik Awards 2020 staffelt sich ab September in drei Wochen:

  • Vorstellung von Projekten und Prototypen,
  • Video- und Audio-Podcasts zu Trends und Herausforderungen der Branche
  • sowie der Verleihungswoche mit einer täglich gestaffelten Bekanntgabe aller Preisträger.
 

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