Marktbericht im Transportsektor: Ladungsverbund ELVIS sieht Anzeichen von Erholung

Alzenau, 13.06.2024.

Die Europäische Ladungs-Verbund Internationaler Spediteure (ELVIS) AG sieht in ihrem vorgestellten Marktreport zwar erste Anzeichen einer Erholung der wirtschaftlichen Gesamtlage. Allerdings werden durch die Frühjahrsbelebung die Laderaumkapazitäten knapp. Die steigende Zahl an Kunden-Ausschreibungen sorgt zudem im Kontraktgeschäft für einen höheren Druck auf Speditionen. Außerdem wirft die Ausweitung der Lkw-Maut auf 3,5 Tonnen ab dem 1. Juli bereits ihre Schatten voraus. ELVIS empfiehlt daher Spediteuren und Frachtführern, die Auswirkungen mit Kunden zu besprechen. Eine im Zuge des Marktreports veröffentlichte nicht-repräsentative Umfrage unter den ELVIS Speditionen zeigt, dass die Unternehmen optimistischer auf die zweite Jahreshälfte blicken.

Nikolja Grabowski, Vorstand der ELVIS AG. Bild: ELVIS AG

„Nach vielen Monaten der negativen Meldungen, ist es erfreulich, dass der Abwärtstrend gestoppt ist und die Kennzahlen im Transportsektor steigen. Die Auswirkungen der saisonüblichen Frühjahrsbelebung zeigen erste Wirkungen. Wie nachhaltig sie sein werden, wird nach den kurzen Wochen im Mai sichtbar“, sagt Nikolja Grabowski, Vorstand der ELVIS AG.

Trotz der ersten positiven Signale aus der Wirtschaft bleibe die Situation der Speditionen weiter angespannt. Das Laderaumangebot im Markt wurde in den letzten Wochen und Monaten reduziert, was jetzt zu knappen Kapazitäten führe. „Leider haben sich die Prognosen vom Jahreswechsel bewahrheitet. Steigende Kunden-Ausschreibungen sorgen für zusätzlichen Druck auf Speditionen“, ergänzt Grabowski.

Die eingesetzte Frühjahrsbelebung zeigt sich auch an den Zahlen der Industrieproduktion. Besonders die Chemiebranche kann sowohl im Vergleich zum Vorjahresmonat (+9,1 Prozent; März 2023) als auch zum Vormonat (+2 Prozent; März 2024) zulegen. Auch der Durchschnitt der Branchen Chemie, Maschinenbau sowie Kraftwagen und -teile (+0,5 Prozent; März 2024) ist leicht positiv. Die Stimmung unter den Unternehmen ist ebenfalls optimistischer: So zeigen sowohl ifo Geschäftsklima (+1,7 Prozent), ifo Geschäftslage (+0,9 Prozent) und ifo Geschäftserwartungen (+2,5 Prozent) im April 2024 im Vergleich zum Vormonat nach oben. „Diese Entwicklung zeigt, dass die Talsohle durchschritten ist. Zwar liegen die Werte noch weit hinter denen aus dem Vorjahr zurück, aber die Richtung stimmt“, sagt Grabowski.

Für den Bereich „Güterbeförderung im Straßenverkehr“ sieht der Marktreport des Speditionsverbunds ebenfalls eine positive Entwicklung. Ifo Geschäftsklima (+15,2 Prozent) und die ifo Geschäftslage (+5,3 Prozent) haben sich im Vergleich zum März 2024 erholt. Das schlägt sich auch auf die Umsatzerwartungen nieder. So bescheinigen die ifo Konjunkturperspektiven bei den Güterbeförderungen im Straßenverkehr eine Verbesserung von 23,5 Prozent im Vergleich zum März 2024. Der Marktreport zeigt indes auch, dass der Anstieg noch hinter dem der Vorjahre zurückbleibt. „Es mehren sich die Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung in Deutschland. In den kommenden Wochen wird der Frühjahrsaufschwung wie gewohnt nachlassen. Die weitere gesamtwirtschaftliche Entwicklung wird dann zeigen, auf welchem Niveau sich der Sommer einpendeln wird“, sagt Grabowski.

Langsam, aber stetig ist die Inflation in Deutschland zurückgegangen und hat sich inzwischen auf einem Wert zwischen zwei und drei Prozent stabilisiert. Im selben Zuge ist das Lohnniveau im Transport- und Logistiksektor gestiegen.

Unklar ist aktuell, wie sich die Ausweitung der Lkw-Maut auf 3,5 Tonnen auswirken wird. Nach der Erhöhung zum 1. Dezember werden ab dem 1. Juli auch Unternehmen mit leichteren Fuhrparks zur Kasse gebeten. In dem Zuge erwartet der Marktreport knappe Verfügbarkeiten zusätzlicher Maut-Boxen. Fuhrparkbetreiber sollten umgehend aktiv werden. Gleichzeitig müssen die Auswirkungen berechnet, mit den Kunden besprochen und eingepreist werden.  Quelle: ELVIS AG

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