Größte Herausforderungen bei Speditionen und Logistikbetrieben: Alpega und BCG veröffentlichen Studie
Ziel der Umfrage war es, die Ziele und Bedenken der Teilnehmer hinsichtlich der drängendsten aktuellen Herausforderungen der Branche zu bewerten.
Fünf zentrale Herausforderungen für Spediteure und Logistikdienstleister
Der Report untersuchte, wie stark Zölle, Nearshoring-Trends, GenAI, Nachhaltigkeit und volatile Frachtraten die Branche verändern und formuliert Handlungsempfehlungen, um diese gemeinsam welche gemeinsamen anzugehen.
• Zölle treiben die Kosten in die Höhe: Nahezu 80 % der befragten Verlader melden spürbare Mehrkosten durch Zölle und Abgaben.
• Kostendruck führt zu Vertragsneuverhandlungen: 68 % der Spediteure wollen Frachtverträge neu verhandeln, um Versandkosten zu senken.
• Nearshoring wird unterschiedlich schnell umgesetzt: Fast die Hälfte der Logistikdienstleister passt ihr Netzwerk bereits an, doch nur 16 % der Verlader haben konkrete Nearshoring-Maßnahmen gestartet.
• GenAI gilt als größter künftiger Disruptor – bei geringer Umsetzung: Nur einer von zehn Befragten setzt GenAI derzeit produktiv ein, obwohl sie als transformativste Kraft der Branche gesehen wird.
• Nachhaltigkeit bleibt hinter Kostenzielen zurück: Kosteneffizienz, Zuverlässigkeit und digitale Transparenz überwiegen bei der Spediteurauswahl; lediglich 13 % der Verlader priorisieren Nachhaltigkeit.
Unterschiedliche Prioritäten, gemeinsame Sorgen
Volatile Frachtraten und geopolitische Spannungen dominieren das Stimmungsbild beider Gruppen. Während Verlader vor allem längere Transitzeiten, Handelskonformität und fehlende Transparenz belasten, fokussieren Logistikdienstleister stärker auf Nearshoring-Chancen, GenAI-Pilotprojekte und neue Umweltvorschriften in Europa. Trotz dieser Unterschiede zeigen sich klare Schnittmengen, was als Signal für mehr Kooperation verstanden werden kann.
Obwohl beide Seiten ähnlichen Herausforderungen gegenüberstehen, reagieren Sie auf unterschiedliche Weise auf die aktuelle Lage. Indem Spediteure und Logistikdienstleister ihre gemeinsamen Ziele identifizieren und zusammenarbeiten, können sie die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen am besten meistern.
Der Report definiert und formuliert dafür sechs zentrale Handlungsfelder:
- Resilienz durch gemeinsames Handeln stärken: Um besser auf künftige Störungen vorbereitet zu sein, sollten Unternehmen innovative Ansätze wie gebundene Lagerhaltung, Multiport-Zugänge und neutrale Logistik-Hubs einsetzen. Gemeinsame Planung und der Einsatz geteilter Kontrolltürme fördern vorausschauendes, koordiniertes Handeln.
- Nearshoring strategisch abstimmen: Während 48 % der Logistikunternehmen bereits Nearshoring-Maßnahmen umsetzen, haben nur 16 % der Spediteure konkrete Schritte eingeleitet. Weitere 35 % prüfen ihre Optionen. Eine enge Abstimmung von Netzwerk- und Routenplanung zwischen den Partnern ist entscheidend.
- GenAI-Potenziale erschließen: Obwohl 90 % der Unternehmen GenAI bislang nicht nutzen, wird die Technologie als größte Transformationskraft der Branche gesehen. Pilotprojekte (etwa zur automatisierten Carrier-Auswahl oder zur ETA-Prognose) bieten geringes Risiko und schnellen Mehrwert.
- Kostenoptimierung gemeinsam angehen: 70 % der Spediteure möchten ihre Versandkosten senken, setzen dabei aber meist auf Einzelverhandlungen. Größere Wirkung entfalten kollaborative Maßnahmen wie gemeinsame Lagerstrukturen, Rücklastenoptimierung und intelligente Routenplanung.
- Effizienz und Resilienz als Einheit betrachten: Unternehmen sollten nicht länger reaktiv agieren, sondern gemeinsam in operative Exzellenz investieren. Routenoptimierung, modulare Lagerkonzepte und digitale Sichtbarkeit schaffen nachhaltige Widerstandsfähigkeit.
- Nachhaltigkeit operativ verankern: Viele Logistikdienstleister priorisieren ökologische Ziele, insbesondere in Europa. Dennoch spielt Nachhaltigkeit bei Spediteuren bisher eine untergeordnete Rolle bei der Partnerwahl. Um Klimaziele zu erreichen und Risiken zu minimieren, sollten Nachhaltigkeitskriterien fester Bestandteil von Beschaffungsentscheidungen sein.
“Der Zeitpunkt, um als Branche gemeinsam in mehr Transparenz, Nearshoring-Modelle und GenAI investiert, ist genau jetzt. Denn damit können wir nicht nur Kosten senken, sondern auch die Resilienz für weitere Krisen erhöhen“, so Todd DeLaughter, CEO von Alpega. „Jetzt ist der Moment, kollaborative Strategien in die Tat umzusetzen.“ Quelle: Alpega







