„Digitale Begleiter“ schaffen Sicherheit, Lebensqualität und retten Leben
Es ist nicht zu leugnen, einige Pflegeeinrichtungen, Verbände und Privatpersonen stehen noch immer skeptisch den sachlichen Argumenten von Herstellern und Polizeidienststellen gegenüber, die überwiegend davon überzeugt sind, dass „digitale Begleiter“ den Pflegebedürftigen eher Freiheit und Sicherheit geben, denn nehmen. Ob nun Für oder Wider - innovative medizinische Hilfsmittel erlangen in der Öffentlichkeit immer mehr Aufmerksamkeit. Die Zeit ist nicht mehr aufzuhalten, da auch Telematik-Systeme, insbesondere Personenortungsgeräte, im Gesundheitswesen eine wichtige Rolle einnehmen werden. Um mit Vorurteilen aufzuräumen und kritische Meinungen mit praktischen Erfahrungsberichten von Anwendern zum Nachdenken bewegen zu können, beginnt der Telematik-Markt eine groß angelegte Praxis-Testreihe. In Pflegeeinrichtungen unseres Landes, prüfen wir Personenortungsgeräte auf ihren Nutzen, ihre Funktionstüchtigkeit und Anwenderfreundlichkeit. Wir starten unsere Testreihe in Zusammenarbeit mit der Büdelsdorfer Seniorenwohnanlage am Park gGmbH bei Kiel.
Als unser Redaktionsteam auf der Suche nach einer geeigneten Pflegeeinrichtung für unsere Testreihe war, bekamen wir zunächst viele Absagen. Die Gründe hierfür lagen oft in den beschriebenen Vorurteilen, über die wir in unserer letzten Ausgabe bereits sehr ausführlich berichteten. Zur Erinnerung nur diese: Der Einsatz von Personenortungssystemen käme der „Missachtung von Persönlichkeitsrechten“ gleich, die „moralisch und juristisch fragwürdig“ wären.
Hilfsgeräte, die die persönliche Betreuung sinnvoll ergänzen
Diese Auffassung entkräftete Detlef Driever, Bremer Rechtsanwalt und Fachanwalt für Medizin- und Sozialrecht, sehr eindeutig in unserer letzten Ausgabe. Auch Hersteller wehren sich gegen diese Vorwürfe und moralische Bedenken. „Digitale Begleiter“ wurden gerade nicht zu dem Zweck entwickelt, permanent den Standort der Pflegebedürftigen abbilden zu können.
Dem entgegen stünde übrigens allein schon die Akkuleistung der Geräte von durchschnittlich 12 Stunden im Standby-Betrieb. Diese Geräte sind demnach technisch gar nicht für den Dauerbetrieb ausgerichtet. Personenortungsgeräte, die wir in Einrichtungen testen lassen, sind durchweg Geräte, die als „Digitale Schutzengel“ bekannt sind. Sie unterstützen still, zuverlässig sowie diskret die Arbeit des Pflegepersonals.
Nicht die Regel: Pflegeeinrichtung, die mit PC und Internet umgeht
Die ablehnende Haltung, sich mit diesen Geräten auseinander setzen zu wollen, hat aus unserer Sicht auch noch einen anderen Grund: Die zum Teil mangelnde technische Ausstattung der Pflegeeinrichtungen und der damit einhergehende mangelnde PC-Umgang. Unsere Redaktion möchte in Zusammenarbeit mit Pflegediensten und -einrichtungen helfen, Berührungsängste abzubauen. Telematik ist kein „Buch mit sieben Siegeln“, sondern einfacher zu handhaben als ein Handy. Unsere Testserie beginnen wir in einer wunderschön gelegenen Seniorenanlage nahe Kiel. Das engagierte Pflegeteam, angeleitet vom Pflegdienstleiter Thomas Wittke, stellt sich zur Verfügung, um Kollegen ihrer Branche detailliert und objektiv zu berichten, was diese Geräte so alles können. Wir sind gespannt.













