E-Lkw: Scania will Reichweiten von bis zu 720km ermöglichen
Für Transportunternehmen stellt sich die Frage, ob ein Elektro-Lkw anspruchsvolle Strecken bewältigen, die erforderliche Nutzlast befördern und so geladen werden kann, dass die Ladevorgänge in reale Transportzeitpläne passen.
Die Lösung von Scania führt diese Anforderungen zusammen. Durch zusätzliche Batteriekapazität hinter dem Fahrerhaus – in Kombination mit am Fahrgestell montierten Batterien und Megawatt-Laden – lässt sich das Fahrzeug für eine größere elektrische Reichweite konfigurieren, ohne die für europäische Fernverkehrseinsätze erforderliche betriebliche Flexibilität einzubüßen.
In Kombination mit der vorstehenden IVD-Front (Increased Vehicle Dimension) von Scania ermöglicht die Batterieanordnung hinter dem Fahrerhaus eine europäische 6x2*4-Sattelzugkombination mit maximaler Reichweite – selbst wenn die Gesamtlänge des Fahrzeugs 16,5 Meter überschreitet. Damit können Kunden eine große elektrische Reichweite mit praxisgerechter Trailer-Kompatibilität und unverändertem Kurvenverhalten verbinden.
Zusammen mit der neuen Front kann das Fahrzeug den Energieverbrauch je nach Ausstattung und Einsatz um bis zu drei Prozent senken, da der Luftwiderstand bei Elektro-Lkw einen größeren Anteil am Gesamtenergieverbrauch ausmacht.
„Elektro-Lkw sind bereits Teil des Transportsystems, doch der Fernverkehr stellt ganz andere Anforderungen an Reichweite, Nutzlast und Ladevorgänge. Mit dieser Lösung zeigt Scania, wie sich diese Faktoren auf praxisnahe Weise zusammenführen lassen – für Kunden, die anspruchsvolle Langstrecken elektrifizieren möchten“, sagt Lars Gustafsson, Senior Vice President und Head of Solutions Management bei Scania.
Große Entfernungen, schwere Lasten, Trailer-Kompatibilität, Ladestrategie und Anforderungen an den Fahrzeugaufbau beeinflussen allesamt, ob sich ein Elektro-Lkw im täglichen Betrieb bewährt. Durch die Anbringung zusätzlicher Batteriepakete hinter dem Fahrerhaus kann Scania die installierte Batteriekapazität erhöhen, ohne sich ausschließlich auf Batterien am Fahrgestell zu stützen. So lassen sich Fernverkehrskonfigurationen mit einer Reichweite von bis zu 720 Kilometern realisieren, während Betreiber mehr Spielraum erhalten, zwischen Reichweite und Nutzlast abzuwägen.
Bei einer typischen Konfiguration können zwei MP20-Batteriepacks hinter dem Fahrerhaus montiert werden. Dadurch kommen zu den Batterien auf dem Fahrgestell und unter dem Fahrerhaus rund 356 kWh installierte Kapazität hinzu. Zusammen mit dem MCS-Laden ermöglicht diese erweiterte Energiekapazität elektrische Zugmaschinen für den Fernverkehr mit gängigen europäischen Trailerkombinationen.
„Dabei geht es nicht nur darum, Batterien an einer neuen Stelle am Fahrzeug unterzubringen. Entscheidend ist vielmehr, was dadurch ermöglicht wird: elektrischer Transport über Entfernungen, die traditionell zu den am schwierigsten zu elektrifizierenden Einsatzbereichen gehören – wobei Reichweite, Nutzlast und Ladevorgänge von Anfang an gemeinsam berücksichtigt werden“, so Gustafsson.
Detailübersicht:
- Elektrische Reichweite von bis zu 720 Kilometern – abhängig von Konfiguration und Betriebsbedingungen.
- Bis zu drei Prozent geringerer Energieverbrauch bei batterieelektrischen. Fahrzeugen in Kombination mit der neuen Front – abhängig von Ausstattung und Einsatz.
- Erhöhte installierte Batteriekapazität, einschließlich zweier MP20-Batteriepacks, die in einer typischen Konfiguration hinter dem Fahrerhaus montiert sind.
- Rund 356 kWh zusätzliche installierte Kapazität hinter dem Fahrerhaus – abhängig von der Konfiguration.
- Für MCS-Laden ausgelegt, um kürzere und produktivere Ladestopps im Fernverkehr zu ermöglichen.
- Unterstützt ausgewählte 6x2*4-Zugmaschinenkonfigurationen für den Fernverkehr mit standardisierten europäischen Trailerkombinationen.
- Arbeitet mit der IVD-Front von Scania zusammen und ermöglicht dadurch eine Gesamtfahrzeuglänge von mehr als 16,5 Metern.
Quelle: Scania










