Order Picking Network: Neuer Ansatz für integrierte Logistik

Parkstein, 01.07.2026.

Mit dem Order Picking Network erweitert WITRON den Blick auf Logistikprozesse. Statt einzelner Anlagen rückt das Zusammenspiel ganzer Netzwerke in den Fokus – von der Filiale bis zur Unternehmenssteuerung. Der Ansatz zielt auf mehr Effizienz, Dynamik und Integration.

Unternehmen erwarten zunehmend Lösungen, die über das einzelne Lager hinausgehen. Bild: WITRON

Die Logistik steht an einem Punkt, an dem reine Leistungssteigerungen einzelner Systeme nicht mehr ausreichen. Automatisierte Lager, leistungsfähige Kommissioniersysteme und skalierbare Infrastrukturen gelten in vielen Bereichen als Standard. Vor diesem Hintergrund richtet WITRON den Fokus neu aus und stellt mit dem sogenannten Order Picking Network (OPN) einen Ansatz vor, der die gesamte Wertschöpfungskette in den Blick nimmt.

Im Zentrum steht nicht länger die isolierte Optimierung innerhalb eines Distributionszentrums. Stattdessen geht es um das Zusammenspiel von Warehouse, Transport, Filialbelieferung und übergeordneten Unternehmensprozessen. OPN versteht Logistik als vernetztes System, dessen Leistungsfähigkeit sich erst im Zusammenwirken aller Komponenten entfaltet.

Vom Einzelstandort zum Gesamtsystem

Die Entwicklung baut auf bestehenden Technologien auf. Systeme wie die Order Picking Machinery oder Omni Channel Machinery haben in der Vergangenheit bereits gezeigt, wie sich Effizienz und Flexibilität im Handel steigern lassen. Doch mit wachsender Komplexität der Lieferketten verschieben sich die Anforderungen.

Unternehmen erwarten zunehmend Lösungen, die über das einzelne Lager hinausgehen. Entscheidend ist nicht mehr nur, wie schnell oder präzise eine Anlage arbeitet, sondern welchen Beitrag sie im Gesamtsystem leistet. Genau an diesem Punkt setzt OPN an: Der Blick wandert vom einzelnen Standort hin zu einem Netzwerk, das Produzenten, Lager, Transportwege und Absatzkanäle miteinander verbindet. Das Distributionszentrum bleibt dabei eine zentrale operative Einheit. Verfügbarkeit, Stabilität und technische Leistungsfähigkeit bilden weiterhin das Fundament. Neu ist jedoch die Einordnung dieser Leistung in einen größeren Zusammenhang, der über das Warehouse hinausreicht.

Netzwerklogik statt Silodenken

Mit wachsender Integration gewinnt die Steuerung über mehrere Ebenen hinweg an Bedeutung. OPN beschreibt diesen Schritt als Übergang zu einer durchgängigen Netzwerklogik. Ziel ist es, nicht einzelne Bereiche zu optimieren, sondern den optimalen Zustand des Gesamtsystems zu erreichen. Dabei rückt die Frage in den Mittelpunkt, an welchem Punkt das Netzwerk als Ganzes am effizientesten arbeitet. Lokale Verbesserungen können unter Umständen zu Nachteilen an anderer Stelle führen. OPN versucht, solche Effekte zu vermeiden, indem Daten und Prozesse übergreifend analysiert und gesteuert werden. In der Praxis bedeutet das eine dynamischere Logistik. Liefermuster, Bestellzyklen und Lagerstrategien werden nicht mehr starr definiert, sondern flexibel angepasst. Faktoren wie saisonale Schwankungen, Aktionszeiträume oder regionale Unterschiede fließen kontinuierlich in die Steuerung ein. Auch das Bestandsmanagement wird entlang der gesamten Supply Chain betrachtet und nicht nur innerhalb einzelner Lager.

Drei Leitlinien für die Praxis

Der Ansatz folgt drei zentralen Leitmotiven, die den Rahmen für die Umsetzung bilden. Erstens steht der Service für Filialen und Endkunden im Vordergrund. Waren sollen bedarfsgerecht, in passender Qualität und zum richtigen Zeitpunkt verfügbar sein. Zweitens wird Produktivität als Ergebnis eines Zusammenspiels verstanden. Effizienz entsteht nicht isoliert im Lager, sondern durch die Abstimmung aller beteiligten Bereiche.

Drittens spielt Nachhaltigkeit eine größere Rolle. Aspekte wie Ressourcenschonung, langlebige Systeme und ergonomische Arbeitsbedingungen werden als integraler Bestandteil der Logistik betrachtet. Damit erweitert sich die klassische Zielsetzung um ökologische und strukturelle Faktoren.

Technisch umfasst der Ansatz eine Kombination aus Software, Datenintegration, Simulation und operativer Umsetzung. Entscheidender als einzelne Technologien ist jedoch deren Zusammenspiel. Bestehende Anlagen werden nicht ersetzt, sondern in ein umfassenderes System eingebunden.

Daten als verbindendes Element

Eine zentrale Rolle spielen Daten. Sie ermöglichen es, Muster zu erkennen, Prognosen zu erstellen und Entscheidungen fundierter zu treffen. Historische Entwicklungen, saisonale Spitzen und wiederkehrende Abläufe lassen sich als Zeitreihen analysieren und in Steuerungsmodelle überführen.

Im Alltag beginnt die Umsetzung häufig mit einer detaillierten Analyse bestehender Strukturen. Dazu gehören Lagerstandorte, Transportwege, Filialnetze und technische Systeme. Auf dieser Basis entsteht ein Gesamtbild des Netzwerks, das Schwachstellen und Optimierungspotenziale sichtbar macht.

Interessant wird der Ansatz vor allem bei der Skalierung. Unternehmen mit mehreren Standorten können ihre internen Netzwerke miteinander verknüpfen. Darüber hinaus lassen sich generalisierbare Muster auch über verschiedene Projekte hinweg nutzen. Wiederkehrende Strukturen, etwa bei Verpackung oder Prozessparametern, müssen nicht jedes Mal neu entwickelt werden.

Gleichzeitig bleibt der Schutz sensibler Daten ein zentraler Punkt. Unternehmensspezifische Informationen werden getrennt behandelt, während allgemeine Erkenntnisse in die Weiterentwicklung des Systems einfließen.

Zwischen Maschinenraum und Steuerungsebene

Trotz des erweiterten Blicks bleibt die physische Infrastruktur unverzichtbar. Leistungsfähige Anlagen sind weiterhin die Grundlage jeder Logistiklösung. Ohne stabile Prozesse im operativen Betrieb lassen sich auch komplexe Netzwerke nicht effizient steuern. Der Unterschied liegt darin, dass diese Infrastruktur nicht mehr als alleiniger Wettbewerbsvorteil gilt. Unternehmen setzen zunehmend voraus, dass Systeme zuverlässig funktionieren. Die eigentliche Differenzierung entsteht auf der Ebene der Vernetzung, der Datennutzung und der übergreifenden Steuerung.

OPN versteht sich in diesem Zusammenhang als verbindendes Element zwischen operativer Logistik und strategischer Unternehmensführung. Erste Anwendungen in Europa, Nordamerika und Australien zeigen, dass Unternehmen vor allem daran interessiert sind, Transparenz über ihr Netzwerk zu gewinnen und gezielt an den wirksamsten Stellschrauben anzusetzen. Quelle: WITRON

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