Whitepaper zur Auswirkung von Industrie 4.0 auf Wertschöpfungsketten

Bremen/Genf, 13.11.2017.

Gemeinsam mit dem World Economic Forum (WEF) hat die BVL ein White Paper zu den Auswirkungen der vierten industriellen Revolution auf die Wertschöpfungsketten erarbeitet. Unter dem Titel „Impact of the Fourth Industrial Revolution on Supply Chains” liegen die Ergebnisse nun vor.

„Unternehmenslenker können sich nicht länger allein auf die Entwicklungen und Trends in ihren eigenen Wirtschaftsbereichen konzentrieren. Sie müssen mögliche Transformationsprozesse und Disruptionen in der gesamten Welt der Zulieferer, der Kunden und der benachbarten Märkte verstehen“, so die Autoren, darunter Wolfgang Lehmacher, Leiter Supply Chain and Transport Industries beim Forum. Neben technologischen Aspekten, die im Mittelpunkt der Betrachtung stehen, berücksichtigt das Papier auch Auswirkungen auf die Umwelt und auf Arbeitsbedingungen und Qualifikationsanforderungen.

Die Digitalisierung verändert in den meisten Wirtschaftssektoren die Produktion und damit auch die Geschäftsmodelle. Diese Entwicklung ist schon vielerorts sichtbar und betrifft auch die Logistik: Das Management der globalen Lieferketten wird in einem noch nie dagewesenen Tempo neu gestaltet. Neue technologische Lösungen wie fortschrittliche Robotertechnik, autonome Systeme und additive Fertigung revolutionieren die traditionellen Wege der Wertschöpfung. Dank der größeren räumlichen und zeitlichen Flexibilität der disruptiven Technologien rücken Produktions- und Verkaufsstandorte näher zusammen. So ermöglicht 3-D-Druck die dezentrale Herstellung von Komponenten, wodurch sich Lieferketten in Teilen kürzer und lokaler gestalten lassen. Die erste gute Nachricht: Diese Entwicklung macht die Lieferketten robuster. Die zweite: Die Reduktion des Transportumfangs wirkt sich positiv auf die Umwelt aus. Gleichzeitig stellt sich aber die Frage: Was bedeutet all dies für die Logistikdienstleister? Bei ihnen werden Kapazitäten frei, die strategisch genutzt werden sollten. Dabei profitieren sie möglicherweise von der Konvergenz der Technologien, die bei der industriellen Fertigung und im Supply Chain-Management zum Einsatz kommen.

Die Übergänge von Wertschöpfungsstufe zu Wertschöpfungsstufe werden fließender, verschwimmen zwischen herkömmlicher industrieller Fertigung und Logistik. Logistikdienstleistern eröffnet sich hier eine große Chance. Das traditionelle Geschäftsmodell eines Third-Party-Logistikanbieters lässt sich noch stärker erweitern als in der Vergangenheit. Die Vision: ein Modell, das Fertigungs- und Logistikkompetenz gleichermaßen beinhaltet.

Viele Erkenntnisse der BVL-Studie zu den Trends und Strategien in Logistik und Supply Chain Management sind in das 20-seitige Papier eingeflossen, das in englischer Sprache veröffentlicht wurde. Input aus der Praxis erhielten die Autoren bei einem Workshop mit rund 20 Senior Executives Anfang Juli am Sitz des Forums in Genf. Von BVL-Seite haben Dr. Christian Grotemeier, Leiter Forschung und Veranstaltungen, und Projektmanagerin Maike Lorenzen mitgearbeitet. (Quelle: Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V.)

zurück TOP