Stückgutlogistik unter Druck: Warum automatisierte Tourenoptimierung immer wichtiger wird
Die Stückgutlogistik steht vor einer schwierigen Phase. Während Kosten steigen und die operative Planung immer komplexer wird, bleibt der Produktivitätsgewinn vielerorts aus. Besonders deutlich zeigt sich das bei den Personalkosten, die laut DSLV-Kostenindex inzwischen mehr als die Hälfte der Gesamtkosten ausmachen. Zugleich fehlt es in vielen Unternehmen an Fachkräften, die tägliche Planung unter Zeitdruck zuverlässig abbilden können.
Hinzu kommt ein weiteres Problem: Viele Abläufe sind historisch gewachsen und lassen sich nur schwer an neue Anforderungen anpassen. Das macht es für Transportunternehmen immer schwieriger, wirtschaftlich zu arbeiten, ohne an Flexibilität zu verlieren. Gerade in der Stückgutlogistik, in der kleine Abweichungen große Folgen haben können, wird dieser Zielkonflikt immer sichtbarer.
Fehlende Sicht auf konkrete Touren
Ein zentrales Defizit liegt in der mangelnden Transparenz auf Betriebsebene. Wirtschaftlichkeitsrechnungen basieren oft auf Durchschnittswerten, Mischkalkulationen oder groben Annahmen. Was einzelne Touren tatsächlich kosten oder wo genau Ineffizienzen entstehen, bleibt dabei mitunter im Dunkeln.
Das ist besonders im Nahverkehr problematisch. Ungünstig zugeschnittene Gebiete, zusätzliche Stopps oder lange Standzeiten wirken sich direkt auf die Leistung aus. Ohne detaillierte Auswertung bleiben solche Schwachstellen oft unentdeckt und werden im Alltag schlicht mitgetragen.
Zu stark vereinfachte Planung
Auch die klassische Tourenplanung gerät an ihre Grenzen. Denn Stückgutverkehre lassen sich nur dann sinnvoll steuern, wenn zahlreiche Einflussfaktoren gleichzeitig berücksichtigt werden. Dazu zählen Servicezeiten, Zeitfenster, Pausen, Fahrzeugrestriktionen oder lokale Besonderheiten bei einzelnen Kunden.
In der Praxis wird vieles davon jedoch vereinfacht oder ganz ausgeklammert. Das kann dazu führen, dass Touren rechnerisch plausibel wirken, sich im Tagesgeschäft aber nur mit Mühe umsetzen lassen. Je größer das Netzwerk und je dichter die Anforderungen, desto deutlicher werden diese Schwächen.
Potenziale im Nahverkehr bleiben liegen
Gerade im Nahverkehr steckt noch viel ungenutztes Potenzial. Zustellungen und Abholungen lassen sich effizienter kombinieren, wenn die Planung sauber aufeinander abgestimmt ist. In der Realität scheitert das jedoch häufig an Abstimmungsaufwand, Zeitdruck und fehlender Transparenz über den Laderaum.
Dazu kommt: Wenn die Beladung nicht zur Tourenreihenfolge passt, entstehen unnötige Umwege und zusätzlicher Aufwand beim Umschlagen. Das kostet Zeit und bindet Kapazitäten, die an anderer Stelle fehlen. Erst wenn Disposition, Fahrpersonal und operative Abläufe besser zusammenspielen, lassen sich diese Verluste spürbar reduzieren.
Automatisierung als Antwort
Vor diesem Hintergrund rückt die automatisierte Tourenplanung stärker in den Fokus. Moderne Systeme können Zeitfenster, Kapazitäten, Relationen und Restriktionen gleichzeitig verarbeiten und daraus realistisch umsetzbare Touren ableiten. Entscheidend ist dabei nicht nur die kürzeste Strecke, sondern die insgesamt beste Lösung für den jeweiligen Einsatz.
Das entlastet die Disposition und schafft mehr Verlässlichkeit im Tagesgeschäft. Vor allem aber können Unternehmen ihre vorhandenen Daten gezielter nutzen und die Planung näher an der Realität ausrichten. In einem Markt mit steigendem Effizienzdruck wird genau das zunehmend zum Wettbewerbsvorteil. Quelle: PTV Logistics







