Shiftmove-Auswertung zeigt: Flotten Tanken zu teuer

Zwei Drittel der mittelständischen Fuhrparks lassen Einsparpotenzial liegen. Bild: Shiftmove

Berlin, 15.10.2026.

Ein halbes Jahr nach Einführung der 12-Uhr-Regel an deutschen Tankstellen bleiben die Spritpreise hoch - trotz Tankrabatt. Wann getankt wird, entscheidet klar über die Höhe der Tankrechnung. Das zeigt eine Auswertung von Shiftmove, Spezialist für digitale Flottenlösungen: Von 181.620 realen Tanktransaktionen deutscher Fuhrparks über die letzten 90 Tage lag der Nachmittagspreis an jedem einzelnen Tag über dem Vormittagspreis, bei Diesel im Schnitt um 3,81 Prozent, bei Benzin um 4,43 Prozent.

Grafik zur Untersuchung. Bild: Shiftmove

„Es geht nicht darum, weniger zu tanken, sondern früher“, sagt Katharina Fritsch, Director Customer Experience bei Shiftmove. „Kein Kostenhebel im Fuhrpark ist so einfach wie dieser: keine Investition, kein neues Fahrzeug, kein Eingriff in den laufenden Betrieb. Trotzdem lassen die meisten Flotten ihn ungenutzt, weil sie ihre eigenen Tankdaten nicht kennen.“

Große Flotten: bis zu 209.000 € pro Jahr

Bei Großflotten mit 1.000 bis 4.000 Fahrzeugen ist der Hebel absolut am größten. Mit Quoten von teils nur rund 50 Prozent der Betankungen am Vormittag lassen sie je nach Flottengröße in dieser Auswertung zwischen 119.000 und 209.000 € pro Jahr liegen. Die Kostenersparnis ergibt sich aus der Verlagerung der Betankungen vom Nachmittag in den günstigeren Vormittag.

Zwei Drittel der mittelständischen Flotten schöpfen Potenzial nicht aus

Bei 83 der 126 ausgewerteten Unternehmen mit 80 bis 120 Fahrzeugen, der typischen Größe mittelständischer Fuhrparks, entfallen nur 39 Prozent der Betankungen auf den Vormittag. Das Sparpotenzial liegt hier bei etwa 2.000 € pro Flotte und Jahr. Bei den acht Unternehmen mit klaren Tankregeln (rund 76 Prozent Vormittagsquote) sind es nur noch 1.000 €. „Eine einfache Tankregel halbiert die vermeidbaren Kosten”, sagt Fritsch.

Vorreiter zeigen, dass es funktioniert

Eine Lebensmittel-Verteilflotte mit 110 Fahrzeugen tankt beispielsweise 83 Prozent ihrer Betankungen vor 12 Uhr, ein Energieversorger mit knapp 100 Fahrzeugen 75 Prozent. Auch große Zustell- und Serviceflotten mit festen Routen erreichen Vormittagsquoten zwischen 74 und 85 Prozent.

Der Mittagssprung: stärkste Preisbewegung des Tages

Wo der Aufschlag entsteht, zeigt die Auswertung der Preise abseits der Autobahn im 15-Minuten-Raster: Diesel erreicht um 10:15 Uhr sein Tagestief, im Schnitt 5,5 ct/l unter dem Mitternachtspreis (Basis der Auswertung). Ab 12 Uhr steigt er um 14,5 ct/l und erreicht sein Hoch um 12:30 Uhr. Benzin springt zur selben Zeit um 10,8 ct/l. Für Autofahrer heißt das: Wer zwischen 9:45 und 11:45 Uhr tankt, tankt im günstigsten Fenster des Tages. Bei einer 50-Liter-Tankfüllung Diesel sind das im besten Fall rund 7 € Unterschied zur Mittagsspitze, ohne einen Kilometer weniger zu fahren.

Transparenter Blick über die Flotte

Wer seine Flottenkosten kennt, kann Mehrkosten gezielt senken. Avrios, die Fuhrparkmanagement-Software von Shiftmove, führt Fahrzeug-, Fahrer- und Tankkartendaten auf einer Plattform zusammen und zeigt, wo Kosten entstehen. Fuhrparkleitende sehen, wann und wo getankt wird, und können auf dieser Datenbasis gezielte Maßnahmen zur Kosteneffizienz umsetzen.

Datengrundlage: Die Tagesaufschläge (+3,81 % Diesel, +4,43 % Benzin) beruhen auf dem Vergleich der mittleren Literpreise vor und nach 12 Uhr über 90 Tage. Das Einsparpotenzial ergibt sich aus der Verlagerung der Nachmittagsumsätze auf das Vormittagspreisniveau und ist ein theoretischer Maximalwert. Die Auswertung im 15-Minuten-Raster basiert auf 90 Tagen Preisdaten abseits der Autobahn. Einzelne Tage weichen deutlich vom Durchschnitt ab. Alle Unternehmensdaten sind anonymisiert. / Quelle: Shiftmove

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