Hamburger Hafen investiert in die Lkw-Automatisierung

Automatisierte Zugmaschine von FERNRIDE im Einsatz. Bild: FERNRIDE

Hamburg, 19.01.2023.

HHLA Next, die Innovationseinheit der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), investiert in das Münchener Start-up FERNRIDE. Gemeinsam mit HHLA International wird ein Pilotprojekt für hochautomatisierte und elektrische Containerlogistik am HHLA TK Estonia Terminal in Tallinn gestartet. Ziel des Vorhabens ist es, Lösungen für die schrittweise Automatisierung von Lkw in der Praxis zu entwickeln.

Teleoperator von FERNRIDE steuert Fahrzeug im Fernbetrieb. Bild: FERNRIDE

HHLA Next investiert in die Lösung von FERNRIDE, um die Automatisierung und Nachhaltigkeit in der Logistik weiter voranzutreiben und dem Lkw-Fahrermangel entgegenzuwirken. Auf dem Weg zu einer automatisierten Transportlogistik liegt der Mehrwert von FERNRIDE in der schrittweise steigenden Autonomie der Lkw und Zugmaschinen. Dabei setzt das Unternehmen auf eine Kombination aus bereits verfügbarer autonomer Technologie der Fahrzeuge sowie menschlicher Expertise im Fernbetrieb, die unmittelbar im Regelbetrieb eingesetzt werden kann. Dies bietet einen direkten Mehrwert und beschleunigt den Weg zu einer nachhaltigeren Logistik.

Simone Lode, Geschäftsführerin HHLA Next: „Als HHLA Next investieren wir in digitale und nachhaltige Geschäftsmodelle im Bereich der maritimen Logistik. Wir sehen in Lösungen zum autonomen Fahren auch aufgrund des bestehenden Mangels an Lkw-Fahrern sehr großes Potenzial. Mit FERNRIDE beteiligen wir uns an einem Unternehmen, das bereits eine einsatzfähige Lösung mit einem Partnernetzwerk bei angesehenen Firmen aus Industrie & Logistik mit sehr guten Ergebnissen umgesetzt hat. Zudem unterstreicht das Projekt unseren Fokus auf nachhaltige Logistik.“

Hendrik Kramer, CEO FERNRIDE: „Die HHLA ist der perfekte Partner für den Einsatz unserer Plattform für autonomes, elektrisches Trucking im Bereich der Häfen. Die Vorteile der Fernsteuerung können innerhalb von Hafengeländen bereits von einem Teil der Belegschaft aktiv genutzt werden. Mit unserer Lösung können nun auch Lkw-Fahrer davon profitieren. Die HHLA teilt unsere Ambitionen, diese Technologie international zu skalieren - der Hafen in Tallinn bietet ideale Bedingungen, um den Grundstein dafür zu legen.“

Pilotprojekt am HHLA TK Estonia Containerterminal in Tallinn, Estland

HHLA Next verschafft dem neuen Portfoliounternehmen den Zugang zu Tochterunternehmen im HHLA Konzern. So startet Anfang 2023 ein Pilotprojekt am HHLA TK Estonia Terminal in Tallinn, das erste Projekt von FERNRIDE an einem Containerterminal. Ziel dabei ist es, die Betriebszuverlässigkeit der Technologie im Bereich des automatisierten Container Handlings zu beurteilen und die Technologie auf zukünftige Geschäftsmöglichkeiten hin zu validieren.

Philip Sweens, Geschäftsführer HHLA International: „Die Partnerschaft mit FERNRIDE im Rahmen des Pilotprojektes in Tallinn wird uns helfen, gemeinsam neue Möglichkeiten zu erproben sowie die Arbeitsabläufe an unseren internationalen Terminals zukunftsorientiert und nachhaltig zu gestalten. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit FERNRIDE und darauf, dass dieses Projekt der Beginn einer langen Partnerschaft ist.”

Martin Isik, CCO FERNRIDE: „Über unser gemeinsames Projekt im laufenden und operativen Betrieb, schaffen wir die Basis für die Serienentwicklung und Anpassung unserer Lösung auf die Containerlogistik. Über unseren Ansatz der schrittweisen Automatisierung können wir so den hohen Kundenmehrwert der FERNRIDE Plattform auf Containerterminals unter Beweis stellen. Dank der HHLA International haben wir zudem den idealen Partner für eine schnelle Skalierung im Europäischen Raum.“

Das IT-Start-up FERNRIDE, welches rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, stattet Lkws und Zugmaschinen mit Sensoren und Kameras aus, so dass diese über das Mobilfunknetz ferngesteuert werden können. An einem Bildschirmarbeitsplatz, der einem Fahrzeug-Cockpit nachempfunden ist, übernehmen TeleoperatorInnen die Fernsteuerung der Fahrzeuge. Der Teleoperator empfängt und sendet gezielt Befehle in Echtzeit, indem er Gaspedal, Bremse, Lenkrad und Joystick bedient. Durch die Daten aus dem Realbetrieb können die Algorithmen von FERNRIDE weiter trainiert werden, um weitere Autonomiefunktionen auszurollen.

Mit dieser neuen Technologie kann der Einsatz von Lkw-Fahrer:innen flexibler gestaltet werden, was sich positiv auf Betriebsabläufe auswirkt. Die Möglichkeit der Fernarbeit steigert zudem die Attraktivität des Berufsbildes sowie die Sicherheit auf dem jeweiligen Betriebsgelände.

Hochaufgelöste Bilder stehen auf der Homepage der HHLA im Bereich Medien zum kostenlosen Download für alle Presseerzeugnisse bereit: Hier klicken zum Download-Link. Quelle: HHLA

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