Wie KI-Kameratechnik die Logistik von Kermené revolutioniert

Für den Lebensmittelproduzenten Kermené war lückenlose Rückverfolgbarkeit schon immer Pflicht. Bild: Kermené

Paris (FR), 19.05.2026.

Für den Lebensmittelproduzenten Kermené war lückenlose Rückverfolgbarkeit schon immer Pflicht – doch manuelle Prozesse stießen an ihre Grenzen. Eine KI-gestützte Lösung von Zetes bringt nun den Durchbruch.

Kermené setzt auf automatisierte Versandprüfung. Bild: Zetes

Der französische Lebensmittelproduzent Kermené gehört zu den bedeutendsten Zulieferern der Supermarktkette E.Leclerc. Mit 4.000 Beschäftigten, sieben Produktionsstätten und einem Jahresumsatz von 1,2 Milliarden Euro bewegt sich das Unternehmen in einem Segment, in dem Fehler in der Lieferkette unmittelbare Konsequenzen für die Lebensmittelsicherheit haben können. Täglich verlassen fast 100.000 Kartons die Werke – jeder einzelne muss einwandfrei identifiziert, zugeordnet und dokumentiert sein.

Genau hier lagen in der Vergangenheit die Schwachstellen. Manuelle Scanprozesse führten gelegentlich zu Etikettierungsfehlern oder fehlerhaft zusammengestellten Paletten. In einem Sektor, in dem bereits ein einziger falsch zugeordneter Karton ein ernstes Gesundheitsrisiko darstellen kann, war der Handlungsbedarf evident. Kermené entschied sich daher für eine strategische Partnerschaft mit dem Technologiespezialisten Zetes und implementierte dessen Lösung ZetesMedea Shipping Verification an fünf Standorten in ganz Frankreich.

Kamerabasierte Kontrolle ersetzt manuelle Prozesse

Herzstück der neuen Infrastruktur sind elf automatische Shipping Verification Gates, die auf der sogenannten ImageID-Technologie basieren. Jede Palette durchläuft diese Kontrollpunkte, bevor sie für die Logistikplattform freigegeben wird. Die installierten Kameras lesen dabei vollautomatisch alle aufgebrachten Barcodes und überprüfen gleichzeitig die Anzahl der Kartons, Chargennummern, Mindesthaltbarkeitsdaten sowie Artikelnummern. Nach erfolgreicher Validierung wird automatisch ein Palettenetikett generiert, und sämtliche Informationen – inklusive Bilddaten – werden direkt an die bestehenden ERP-Systeme übermittelt.

Ergänzt wird das System durch ein KI-Modul, das eigens mit vor Ort aufgenommenen Bildern trainiert wurde. Es erkennt zuverlässig nicht gekennzeichnete Kartons, fehlende Pakete oder sonstige Unregelmäßigkeiten – in Echtzeit und ohne manuellen Eingriff. Die Inhouse-Teams von Kermené können die Wartung des Systems eigenständig durchführen, was die Lösung besonders gut in die Unternehmenskultur integriert.

Messbare Effizienzgewinne in kurzer Zeit

Die Auswirkungen auf den Betrieb sind deutlich spürbar. Wo das manuelle Scannen zuvor bis zu 144 Einzelscans pro Palette erforderte und mehr als eine Minute in Anspruch nahm, erledigt das neue System denselben Vorgang in rund fünf Sekunden. Die Rückverfolgbarkeit liegt seither bei 100 Prozent: Jeder Karton ist seiner Palette zugeordnet, Versandfehler oder sogenannte Phantomkartons gehören der Vergangenheit an.

Die gestiegene Prozessgeschwindigkeit schlägt sich auch personell nieder. Kapazitäten im Umfang von fünf Vollzeitstellen konnten eingespart und die betreffenden Mitarbeitenden für Tätigkeiten mit höherer Wertschöpfung eingesetzt werden. Gleichzeitig bietet das System verlässliche Garantien für die Qualitätskontrolle hochsensibler Ultrafrischprodukte – ein entscheidender Faktor für die Erfüllung der Anforderungen von E.Leclerc.

Langfristige Partnerschaft als strategisches Prinzip

Für Kermené ist die Zusammenarbeit mit Zetes kein reines Beschaffungsprojekt, sondern Ausdruck einer grundlegenden Unternehmensphilosophie: Das Unternehmen setzt auf langfristige Partnerschaften mit hohen gegenseitigen Anforderungen anstelle kurzfristiger Lieferantenbeziehungen. Zetes erfülle dabei die Erwartungen in puncto Fachkompetenz, Innovationskraft und Reaktionsschnelligkeit, heißt es aus dem Unternehmen.

Mit ZetesMedea Shipping Verification verfügt Kermené nun über ein System, das im Branchenvergleich als besonders leistungsfähig gilt. Es sichert nicht nur die eigene Lieferkette ab, sondern schützt letztlich auch die Verbraucherinnen und Verbraucher, die täglich zu den Produkten im E.Leclerc-Regal greifen. Quelle: Zetes

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