Telematik-Experten antworten: Auf ein Wort, Herr Killeit!

Natürlich stellt die mobileObjects AG auch auf der transport logistic in München aus. Bild: Telematik-Markt.de

München, 05.06.2013.

Karl-Heinz Killeit, Geschäftsführer der mobileObjects AG bis 2013, der ab 2013 in den Aufsichsrat der AG wechselte, findet sehr deutliche Worte, als wir ihn um seine Meinung zu den Zukunftschancen der Telematik befragten:

Karl-Heinz Killeit Geschäftsführer der mobileObjects AG bis 2013, der ab 2013 in den Aufsichsrat der AG wechselte. Bild: mobileObjects AG

„Nach meiner Einschätzung wird der Markt heute noch hauptsächlich von Telematik-Anbietern und -Herstellern mit proprietären Systemen, in Hard- und Software, bedient. Dies hat zur Folge, dass der Nutzer dem Lieferanten in Funktionalität,  Technologie und Preisstellung ausgeliefert ist.

Treibende Kraft dieser Entwickungsblockade sind die Nutzfahrzeughersteller
Sie verharren vehement in ihrer Ecke der eigennützigen, technischen Wartungsoptimierung, ohne Rücksicht auf die individuellen kaufmännischen Unternehmensprozesse der Anwender zu nehmen – sie schotten sich sogar bewusst ab. In naher Zukunft werden aber auch die Nutzfahrzeughersteller ihren Wettbewerbsvorteil erkennen, die ein offenes Hardware-System mit technisch definierten Standard-Schnittstellen für die Software-Entwicklung, Internet, GSM- und GPS-Funktionalität bieten. Wenn sie ihre Blockade aufgeben, die das Implementieren von nützlichen Zusatzapplikationen im Sinne des Anwenders verhindert, wird der Markt ein enormes Wachstum erfahren. Unter diesen Voraussetzungen stellen sich spezialisierte Software-Entwickler gern den Kundenwünschen, da ein völlig anderer Multiplikationsfaktor für Telematik-Anwendungen möglich und die Entwicklungsleistungen auch finanziell honoriert werden.

Die Nachteile, die gemischte Flotten heute noch haben, wird es dann nicht mehr geben.

 

Ein neues Überlebensmodell ist gefordert

Doch auch die großen freien Telematik-Anbieter werden sich zwangsläufig von der proprietären Welt verabschieden müssen und ein anderes Business- also sprich: Überlebensmodell wird zwingend für sie notwendig.
Der Endkunde kann in Zukunft unter einer Vielzahl von Bordrechnern und mobilen Endgeräten mit Standardbetriebssystemen und beliebiger Software wählen. Die direkte Integration und das Zusammenspiel beliebiger Lösungen werden die große Aufgabe der heutigen Telematik-Branche ausmachen. Die heutige, fast nicht vorhandene Telematik-Fachhändler- oder Systemhauslandschaft wird sich zukünftig der Aufgabe der Integration und Installation gern widmen und ihre Dienstleistung auch regional dem Endkunden anbieten. In Zukunft wird es zwangsläufig eine Zusammenarbeit von Fahrzeug- und Hardware-Herstellern, von Providern und Telematik-Entwicklungshäusern geben.
Der Logistik-, Dienstleistungs- sowie der Telematik-Bereich bietet dann für alle Beteiligten ein riesiges Nutzungs- und Absatzpotenzial. Daran sollten wir alle gemeinsam arbeiten.“

 

Sein Fazit:

„Eine Monopolstellung zu verteidigen, wenn sie nicht mehr zeitgemäß ist, ist nie eine gute Idee. Ganz im Gegenteil! Sie blockiert das Wirtschaftswachstum und bedroht den Innovationsstandort Deutschland, da sie die vielen guten Ideen der Entwickler von Telematik-Systemen behindert. Letztendlich sind der Anwender und die Wirtschaft die Betrogenen. Eine Position, die es aufzugeben gilt.“

Die mobileObjects AG ist Aussteller auf der transport Logistic München.

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