Autonomes Fahren made in Grafing: Das INYO-Cab beim Münchner Gipfel
Die Veranstalter begründen die Standortwahl mit dem Umfeld der Region: Industrie und Wissenschaft, Cluster und Netzwerke, Gründerzentren und eine moderne Infrastruktur greifen dort ineinander. Kaum eine andere Region in Europa bringe die Voraussetzungen für autonome Mobilität so konsequent zusammen, heißt es. Inhaltlich geht es um die konkrete Umsetzung, betrachtet aus planerischer, gesellschaftlicher, kommerzieller und technischer Sicht. Die Foren gestalten Verantwortliche aus Mobilitätsnetzwerken, Forschende und Fachleute aus der Praxis. Ihr erklärtes Ziel: gemeinsam ins Handeln kommen.
Probefahren am Vormittag
Autonomes Fahren soll dabei nicht nur Thema sein, sondern erlebbar werden. Von 8:30 bis 11:30 Uhr läuft die „Mobility Experience“. Testfahrten ausgewählter Shuttle-Projekte stehen allen offen, Interessierte können sich anmelden. Mehrere dieser Projekte gehen in den Testbetrieb.
Eines davon ist das INYO-Cab der INYO Mobility GmbH, das seine autonomen Runden in Grafing drehen wird. Das vollelektrische Shuttle ist für die individuelle letzte Meile im öffentlichen Nahverkehr gedacht und wurde in Grafing entwickelt und gebaut. Wer vorbeischaut, bekommt neben der Fahrt auch Einblicke in den Entwicklungsprozess.
Entwickelt am Rechner, geprüft im Rechner
Von der Gestaltung über die Fähigkeit zum autonomen Fahren bis zur Validierung setzte das Startup auf virtuelle Methoden: Simulation, Künstliche Intelligenz und hohe Rechenleistung. Selbst die behördliche Genehmigung für den Testbetrieb im öffentlichen Raum erfolgte datenbasiert. Nur so ließen sich Sicherheit, Insassenkomfort und Energieeffizienz im Betrieb erreichen. Das INYO-Cab gilt damit als Aushängeschild für moderne virtuelle Entwicklung.
Unterstützung kam von CADFEM, Nachbar und Investor von INYO. Beide gehören zur CADFEM Group. Das Ingenieurteam baute vor allem mit Ansys-Lösungen des US-Anbieters Synopsys einen detaillierten digitalen Zwilling. Er enthält sämtliche physikalischen Eigenschaften und Wirkmechanismen und wurde für unterschiedlichste Verkehrssituationen trainiert („AI Physics“).
Den Nachweis von Leistungsfähigkeit und Sicherheit erbrachte das Cab ebenfalls virtuell, mit Elementen des NVIDIA Software Ecosystems. Diese Plattform dient auch der Entwicklung humanoider Roboter und steht für Physical AI. Ein Blog-Beitrag von Ansys zählt das INYO-Cab zu fünf Vorzeigeprojekten.









