Thüringer Verkehrsverband warnt vor Versorgungsengpässen durch Quarantäne-Verordnungen

Erfurt, 18.11.2020.

Die 72-Stunden-Regelungen in der Quarantäne-Verordnung könnten zu Versorgungsengpässen führen, befürchtet das Thüringer Verkehrsgewerbe. "Zum einen werden internationale Lieferketten gestört, zum anderen müssen Fernfahrer pausieren", betonte LTV-Geschäftsführer Martin Kammer.

"Häufig werden osteuropäische Kraftfahrer in Thüringer Transportunternehmen eingesetzt, sie sind meist drei Wochen unterwegs und dann eine Woche in Heimaturlaub. Somit müssten diese Beschäftigten nach ihrem Heimaturlaub 10 Tage in Quarantäne und stehen nicht als Arbeitskräfte zur Verfügung", rechnete Kammer vor. Der Verband hat exemplarisch zwei Strecken nach Südfrankreich und Norditalien mit 80 bzw. 96 Stunden Fahrtdauer außerhalb Deutschlands berechnet, die die Praxis im internationalen Fernverkehr darstellen. "Durch die Quarantäne müssen die Fahrer pausieren, der Lkw würde wegen des derzeitigen Fachkräftemangels 10 Tage stehen bleiben", unterstrich Kammer und forderte den Thüringer Verkehrsminister in einem Schreiben auf, auf die Quarantäne-Pflicht für Kraftfahrer zu verzichten. "Es scheint, als hätte die Politik aus der ersten Welle nichts gelernt, denn da war es kein Problem die Quarantäne für Lkw-Fahrer auszusetzen und dabei war damals, aufgrund des Lockdowns, wirklich nicht so viel zu transportieren wie jetzt."

Zudem müssen Autohöfe und Raststätten für Berufskraftfahrer wieder geöffnet werden. "Nach 15 Stunden im Fahrerhaus möchte niemand dort auch noch essen müssen. Es muss doch möglich sein, wie in Baden-Württemberg, die Rasthöfe und Autohöfe zu Kantinen zu erklären", forderte Kammer. Quelle: Landesverband Thüringen des Verkehrsgewerbes e.V.

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