Produktinnovationen für eine bessere Versorgung von Stoma- und Inkontinenzpatienten, neue Konzepte der Beratung und Betreuung Betroffener nimmt das Themencluster Stoma und Inkontinenz der MEDCARE in den Fokus. Die Fachgesellschaft Stoma, Kontinenz und Wunde e.V. (FgSKW) unterstützt den Fachkongress, der vom 30. September bis 1. Oktober 2015 in Leipzig stattfindet.
Die Verweildauer in den Kliniken nach Akutbehandlungen wird immer kürzer. Dies verlangt eine intelligente Anpassung des ambulanten Beratungs- und Versorgungsangebots auch bei Patienten, die auf eine Stoma- und Inkontinenzbehandlung angewiesen sind. „Auf der MEDCARE werden die Teilnehmenden über innovative Produkte informiert und über neue Strategien der Patientenberatung. Ein neues Modell ist hier eine Variante des Wittener Konzepts der Mikroschulung. Dieses Modell ist auf die Beratung älterer Patienten in kürzerer Zeit ausgerichtet“, betont Werner Droste, Vorsitzender der FgSKW und MEDCARE-Fachbeirat. „Dabei werden der Zustand in der umfassenden Situation des Patienten erfasst und die wesentlichen Fähigkeiten festgelegt, die er bis zu seiner Krankenhausentlassung erlernen sollte. Weiterhin wird der geeignete Weg der Wissensvermittlung identifiziert.“ Das an der Universität Witten/Herdecke entwickelte Konzept wurde für die Versorgungsbereiche Stoma, Kontinenz und Wunde adaptiert, so Droste: „Dies eröffnet unseren Pflegeexperten neue Möglichkeiten.“
Von der MEDCARE erwartet der FgSKW-Vorsitzende eine stärkere Wahrnehmung und Bewertung pflegerischer Kompetenzen: „Häufig stehen die medizinischen Behandlungserfolge einseitig im Mittelpunkt und der große Anteil der Leistung durch qualifizierte Pflegeexperten wird weniger beachtet.“ Besonders durch die Konzentration auf Falldiskussionen werde verdeutlicht, welch breite pflegerische Expertise komplexe Krankheitsbilder im Bereich Stoma, Kontinenz und Wunde verlangten. „Wir zeigen, wie erfolgreich berufsgruppenübergreifende Vernetzung ist“, unterstreicht Droste. „Kooperationsmöglichkeiten werden transparent, ebenso die sektorübergreifenden Auswirkungen von Leistungsverträgen der Krankenkassen. Verwendet eine Klinik ein bestimmtes Produktportfolio, ist dies für die Patienten im ambulanten Sektor vielleicht nicht mehr einsetzbar – weil hier durch Leistungsverträge andere Regelungen gelten.“
Die FgSKW gehört zu den ideellen Trägern der MEDCARE und erkennt den Pflegeexperten die Teilnahme am Kongress als Fortbildung an. In Zusammenarbeit mit der FgSKW finden die interaktiven Falldiskussionen „Enterokutane Fisteln; Fistelmanagement, peristomale Wundbehandlung und fallbezogene Stomaversorgung“ sowie „High-Output-Ileostomie – fallbezogene Stomaversorgung und Ernährungsmanagement“ statt. Außerdem ist sie Partner der Workshops „Konvex oder plan? – Fundierte Entscheidungshilfe bei der Auswahl der geeigneten Stomaversorgung“, „Validierte Einschätzung der individuellen Stomaversorgung anhand des LSD-Scores“, „Intermittierender Selbstkatheterismus bei Blasenentleerungsstörungen“ und „Kontinenzprobleme nach Stoma-Rückverlagerung“.
Informationen zu den Workshops und Falldiskussionen in Zusammenarbeit mit der FgSKW im Kongressprogramm der MEDCARE: www.medcare-leipzig.de/veranstaltungsprogramm.
Quelle: Leipziger Messe GmbH






