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GdW 2020 | Fehlervermeidung im OP: Teamwork ist das A und O

Kategorie: 
Kongress
Schwerpunktthema: 
Human-Telematik

Köln, 12.02.2020. In den 1960er Jahren begannen Sozialwissenschaftler im Auftrag von Industrieunternehmen Null-Fehler-Strategien zu entwickeln – denn man hatte erkannt, dass begangene Fehler meist teurer sind als ihre Vermeidung. Eine wesentliche Erkenntnis dieser Arbeit setzte sich in der Medizin zunächst nur langsam durch, nämlich dass Teamwork mit flachen Hierarchien Fehler reduzieren hilft. In Klinik und Praxis galt nämlich Eminenz noch lange Zeit mehr als Evidenz, wie immer wieder gespottet wurde. Das war auch im Operationssaal allzu oft so.

Teamwork im OP ist heute als Grundlage der Fehlervermeidung Standard. Mit Checklisten, die nach der Jahrtausendwende von der WHO entwickelt wurden, kontrollieren sich die Mitglieder von OP-Teams heute gegenseitig. Viele Kliniken messen seit einigen Jahren die individuellen Outcome-Parameter ihrer Chirurgen, etwa die Komplikationsrate, und stellen danach Teams zusammen, in denen die erfolgreicheren Operateure die anderen schulen. Dienstleister ermöglichen einen entsprechenden Vergleich mit anderen Kliniken.

Der Einsatz von Robotik in der Chirurgie hat den Trend zu intensiverem Teamwork noch weiter beschleunigt. Da der Operateur das Operationsfeld mittels Videotechnik angezeigt bekommt, können Operationen aufgezeichnet und nachträglich mit dem Team noch einmal analysiert werden. Roboterassistierte OP-Systeme erlauben auch einen „fliegenden Wechsel“ während der OP: Weniger erfahrene Operateure können einen Eingriff zunächst über eine Bedienkonsole beginnen. In komplexen Situationen kann ein erfahrener Kollege von einer zweiten Konsole aus unterstützen.

Der Hersteller des roboterassistierenden OP-Systems da Vinci betont die Bedeutung guter Schulung des gesamten OP-Teams. In einer Hamburger Klinik, in der ein sehr intensives Qualitätsmanagement betrieben wird, bleibt bei 93,5 Prozent der Operationen von Prostatakrebs die volle Kontinenz erhalten – während der Durchschnitt deutscher Kliniken nur bei 56,7 Prozent liegt. Während im Bundesdurchschnitt bei 75,5 Prozent der Operationen mit einer verbleibenden schweren erektilen Dysfunktion zu rechnen ist, sind es in der Hamburger Klinik nur 34,7 Prozent der Fälle.

Das Thema „Teamwork im OP – wie kann man das erreichen?“ diskutieren beim Gesundheitskongress des Westens: Dirk Barten, Geschäftsführer der Intuitive Surgical Deutschland GmbH, PD Dr. Burkhard Stoffels, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie des Universitätsklinikums Bonn, Dr. Burkhard Beyer, Oberarzt, Martini-Klinik am UKE GmbH, Dr. Manuel Heurich, Gründer und Geschäftsführer der BinDoc GmbH, und Jared Sebhatu, Chief Executive Officer der digital health transformation eG.

Der Gesundheitskongress des Westens ist der führende Kongress für Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft im Westen Deutschlands. Auch in diesem Jahr werden wieder rund 1.000 Teilnehmer erwartet – vor allem Klinikmanager, Ärzte, Verantwortliche aus Gesundheitspolitik und -unternehmen, aus Forschung und Wissenschaft sowie der Pflege. Die vierzehnte Auflage der jährlich ausgerichteten Veranstaltung findet wieder im Herzen von Köln, im Gürzenich, statt.

Ticket hier: www.gesundheitskongress-des-westens.de/anmeldung

Quelle: WISO S. E. Consulting GmbH

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