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GdW 2020 | Digitalisierung: Deutschland hat die Aufholjagd begonnen

Kategorie: 
Kongress
Schwerpunktthema: 
Human-Telematik

Köln, 19.02.2020. Noch beklagen Studien immer wieder, bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens liege Deutschland weit hinter vielen anderen Ländern. Doch das könnte sich bald ändern. Denn mit steigender Verfügbarkeit erkennbar nützlicher Anwendungsbeispiele nimmt nicht nur die Verbreitung immer schneller zu, sondern Organisationen im Gesundheitswesen fördern digitale Technologien neuerdings auch massiv.

Dr. Ruth Hecker, Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit, macht sich für Digitalisierung stark. Sie betont, die fortschreitende Digitalisierung werde nachhaltig zur Sicherheit von Patienten beitragen. Trotz großer Fortschritte komme es immer noch zu schwerwiegenden, teils tödlichen Ereignissen bei stationärer und ambulanter Behandlung infolge von Behandlungsfehlern. Digitalisierung könne dieses Risiko reduzieren. Vor diesem Hintergrund verwundere es nicht, dass nicht weniger als 75 Prozent der Patienten eine Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung befürworten.

Die nimmt bei den Leistungserbringern unterdessen Fahrt auf: Das deutsch-französische Start-up „Doctolib“ wird nur sieben Jahre nach seiner Gründung bereits von 2.000 MVZs und Kliniken sowie 115.000 Ärzten in beiden Ländern genutzt, um Termine mit Patienten zu vereinbaren. Dies geschieht online, zum Beispiel via Smartphone-App. Das Personal in Klinik und Praxis wird zeitlich stark entlastet, da der Patient in der Regel nur mit dem digitalen System kommuniziert. Weil die Nutzung so rapide zunimmt, wird der Wert des Unternehmens von Experten bereits auf eine Milliarde Euro veranschlagt.

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank geht mit ihrem Projekt „Zahnarztpraxis der Zukunft“ weit über die Terminvergaben hinaus: Zahnärzte können künftig eine hochmoderne, maximal digitalisierte Praxis pachten. Administrative Serviceleistungen sind ausgelagert, alle anderen Arbeitsprozesse voll digitalisiert. Die Mediziner können sich somit ganz ihrer Kernkompetenz widmen – der zahnärztlichen Behandlung. Das Konzept geht davon aus, dass das vor allem den Wünschen junger Ärzte entgegen kommt. Digitalisierung ist dabei zentraler Faktor. Die erste „Zahnarztpraxis der Zukunft“ ging kürzlich in Betrieb.

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe richtet gegenwärtig eine digitalisierte Demonstrationspraxis ein, in der sich ihre Mitglieder, also niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten, digitale Anwendungen vor Ort ansehen können. Mediziner können hier den Mehrwert der Digitalisierung erfahren und Beispielprodukte der verschiedenen Kategorien testen: von Praxisverwaltungssystemen über Telemonitoring, Televisite und Telekonsil bis hin zu digitalen Anamnesebögen und digitalen Befundungen.

Das Thema "Das lernende Gesundheitssystem – Klinik und Praxis digitalisiert" diskutieren auf dem Gesundheitskongress des Westens: Thomas Müller, Vorstandsmitglied der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, Daniel Zehnich, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik der Deutschen Apotheker- und Ärztebank, Dr. Ruth Hecker, Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit, und Dr. Ilias Tsimpoulis, Geschäftsführer Deutschland der Doctolib GmbH.

Der Gesundheitskongress des Westens ist der führende Kongress für Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft im Westen Deutschlands. Auch in diesem Jahr werden wieder rund 1.000 Teilnehmer erwartet – vor allem Klinikmanager, Ärzte, Verantwortliche aus Gesundheitspolitik und -unternehmen, aus Forschung und Wissenschaft sowie der Pflege. Die vierzehnte Auflage der jährlich ausgerichteten Veranstaltung findet wieder im Herzen von Köln, im Gürzenich, statt.

Ticket hier: www.gesundheitskongress-des-westens.de/anmeldung

Quelle: WISO S. E. Consulting GmbH

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