Gute Auftragslage, schlechte Dokumentation: Mangelnde Prozessoptimierung in Bau- und Handwerksbetrieben

Auch das Handwerk kann von Telematik profitieren, denn viele Prozesse neben der eigentlichen Arbeit lassen sich digital erfassen und optimieren. Was bleibt ist mehr Zeit für die Handwerkskunst. Bild: cottonbro/Pexels

Hamburg, 23.11.2020 (pkl).

Während Telematik im Transportwesen Standard ist, arbeiten Bau- und Handwerksbetriebe häufig noch weitestgehend analog. Das liegt fast schon in der Natur der Sache, denn das Herzstück des Transports ist der Weg von A nach B und dieser lässt sich direkt mit Telematik optimieren. Bei Bau- und Handwerksbetrieben liegt der Fokus jedoch auf dem Projekt am Einsatzort. Die Paradefunktionen der Telematik, wie etwa Tourenoptimierung, Lenkzeitenkontrolle oder Laderampenmanagement, lassen sich hier schlichtweg nicht übertragen. Aber auch im Handwerk gibt es zahlreiche Prozesse, die digitalisiert und optimiert werden können. Sie sparen Zeit und Geld, schaffen Rechtssicherheit und führen letztlich zu entspannterer Arbeit und mehr Platz im – idealerweise digitalen – Auftragsbuch.

Telematik schafft mehr Zeit für Aufträge, vernetzt alle Beteiligten und nimmt lästige Arbeiten ab. Bild: Andrea Piacquadio/Pexels

Ob nun ein neuer Esstisch gefertigt, eine Gasheizung repariert oder ein neues Haus gebaut wird: man braucht Handwerker*innen vor Ort und dementsprechend klassische Handarbeit. Die Fertigkeiten sind unersetzlich, was jedoch nicht bedeutet, dass Digitalisierung hier fehl am Platz ist. Der große Vorteil, den Telematik-Systeme insbesondere im Handwerk schaffen, ist die Optimierung aller Prozesse neben der eigentlichen Arbeit. Die Organisation aller Aufträge, die Dokumentation gegenüber den Kund*innen, die Planung und Erfassung der Arbeitszeiten sowie weniger Aufwand und mehr Vorteile in der Steuererklärung – digitale Lösungen erleichtern die analoge Arbeit. Beginnen wir mit dem Elefanten im Raum: der Digitalisierung eines gesamten Bauprojekts.

Transparente Bauplanung

Building Information Modeling – kurz BIM – ist eine weitreichend vernetzte Bauplanung zwischen nahezu allen Beteiligten. Jede Änderung oder Ergänzung synchronisiert sich für alle Teilnehmer direkt und ermöglicht so einen umfassenden Überblick auf das gesamte Projekt. Insbesondere bei der Kosten- und Zeitplanung profitiert man enorm von diesem System. Neu ist die Technologie jedoch nicht, denn in verschiedenen Ländern weltweit ist BIM schon nahezu Standard. Der Erfolg von BIM öffnet nicht nur die Augen der Auftraggeber, sie hält einer analogen Branche den digitalen Spiegel vor Augen und erweitert den Horizont auch für weitere Telematik-Systeme – beispielsweise direkt auf der Baustelle.

Sicherung des Maschinenparks

Die Überwachung der Baumaschinen ist enorm wichtig, denn auf Baustellen kommt es regelmäßig zu Diebstählen der wertvollen Baufahrzeuge und –maschinen. Ein simples Telematik-System, welches mithilfe von Positionsbestimmung und Geofencing bei Verlassen eines frei definierbaren Geländes eine automatische Warnmeldung ausgibt, hilft bereits enorm, Diebstähle zu vermeiden bzw. die Rückführung des Objektes herbeizuführen. Darüber hinaus kann auch die gesamte Maschine überwacht und wertvolle Informationen zum Zustand erfasst werden. Insbesondere zur frühzeitigen Schadenserkennung kann dies überaus wichtig sein. Im Detail kann aber auch eine leicht nachrüstbare Tanküberwachung dabei helfen, dem häufig stattfindenden Treibstoffdiebstahl entgegenzuwirken. Doch nicht nur der Maschinenpark profitiert von Telematik.

Mehr Flexibilität im Auftragsmanagement

Wie kann ein Telematik-System für höhere Zuverlässigkeit sorgen, die Arbeitnehmer*innen entlasten und mehr Flexibilität schaffen? Indem es schlichtweg die Organisation unterstützt und automatisiert. Mit einem entsprechenden Telematik-System werden die Aufträge direkt auf das Smartphone oder Tablet geleitet und eine bestmögliche Gesamtroute zu allen Einsatzorten erstellt. Die Arbeiten werden ebenfalls direkt mobil dokumentiert. In Echtzeit wird die Zentrale über alle Arbeitsfortschritte informiert und kann etwaige Verspätungen sofort registrieren und weitergeben. Anschlusstermine werden im Zweifel unkompliziert auf andere Mitarbeiter*innen umverteilt.

Eindeutige Arbeitsnachweise

Viele Betriebe – insbesondere Servicedienstleister*innen – mussten die Erfahrung machen, dass eine Fotodokumentation bei Aufträgen Gold wert sein kann. Kommt es im Nachhinein zu Reklamationen, führt ein exakt mit Positions- und Zeitdaten dokumentierter, bebilderter Auftrag bzw. Leistungsbeleg zu entscheidender Sicherheit. Doch auch für Rückmeldungen in die Zentrale, etwa zum Einholen einer weiteren Meinung oder zur Bestellung von Ersatzteilen, erweist sich ein Foto oft als hilfreich.

Rechtliche Pflichten nebenbei erfüllt

Telematik-Systeme sorgen also für weniger Papierwirtschaft und transparente sowie unmittelbare Auftragsdokumentation. Einsätze werden effizienter verteilt und Arbeitnehmer*innen können sich besser auf ihre Arbeit konzentrieren. Spätestens an dieser Stelle profitieren auch die Kunden. Fast schon nebenbei arbeiten zudem die Zeiterfassung und das digitale Fahrtenbuch. Dadurch wird nicht zuletzt auch die Buchhaltung erleichtert. Auch die Spesenabrechnung und Urlaubsplanung kann heutzutage problemlos digitalisiert werden.

Unabhängige Beratung

Telematik-Lösungen sind zur Notwendigkeit geworden, denn die Vorteile - besonders im Wettbewerb - sind enorm und werden von immer mehr Unternehmen genutzt. Eine solide und unabhängige Beratung ist entscheidend für die erfolgreiche Digitalisierung des eigenen Betriebs. Diese erhalten Unternehmen z. B. durch die „TOPLIST der Telematik“ - einem konstant wachsenden Pool von aktuell rund 70 Anbietern, welche sich erfolgreich einer jährlichen Prüfung durch eine kompetente Fachjury stellen. Noch einfacher: Lassen Sie sich passende Telematik-Anbieter kostenlos und unverbindlich empfehlen auf Telematik-Finder.de.

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